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  • Kritik: Teenie-Horror-Kotz-Komödie

    Original Wayans� Humor - "eine Rebellion der Söhne"

    Deshalb schieben die Produzenten Bob und Harvey Weinstein schnell eine Fortsetzung nach: Auch Wayans "Scary Movie 2" ist eine der in jüngster Zeit beliebten Bad-Taste-Komödien, sogar noch derber als Teil eins. In den USA ließ ein junges Publikum dafür die Kinokassen deutlich weniger klingeln.

    Es gibt ein Wiedersehen mit der Schüler-Clique aus der ersten Folge: Zu den sympathischen Darstellern um Anna Faris und die Wayans-Brüder Shawn und Marlon, die auch wieder am Drehbuch mitschrieben, gesellen sich Neulinge wie Tori Spelling ("Scream 2"). Alle sind nun auf dem College und werden von ihrem Professor (Tim Curry) wegen angeblicher Schlafstudien in ein Spukschloss eingeladen.

    Statt wissenschaftlicher Experimente überstehen die agilen Teens Nacht-und-Nebel-Verfolgungsjagden durch dunkle Verliese, haben ausufernden Sex mit Gespenstern und ekeln sich vor dem Hausmeister (Chris Elliott, "Schneefrei"). Das Ganze wird dekoriert mit allen denkbaren Körperflüssigkeiten, verbalen Obszönitäten und entsprechenden Handgreiflichkeiten. Der Witz der dürftigen, rasant erzählten Story wirkt dabei oft vorhersehbar und schief.

    Vorrangig auf Spuk-Streifen wie "Poltergeist" (1982) und "Haunted Hill" (1999) spielt Wayans diesmal an. "Der Exorzist" (1973) wird in einer langen Eingangssequenz weniger parodiert als buchstäblich durch den Dreck gezogen. Kaum zu glauben: Die Rolle des lüsternen Exorzisten-Priesters, der sogar bei einem ausgiebigen Besuch auf der Toilette zu erleben ist, hatte ursprünglich Marlon Brando übernommen. Vielleicht war die Lungenentzündung des Megastars während der Dreharbeiten ja psychosomatisch; er wurde jedenfalls durch James Woods (Nixon) ausgetauscht. "Scary Movie 2" verulkt außerdem aktuelle Filme wie "Tiger Dragon" und TV-Produktionen wie "Ally McBeal".

    "Beim Drehen standen wir unter Zeit- und Erfolgsdruck", sagte Keenen Ivory Wayans während seiner Promotion-Tour in Hamburg. "Mit dem ersten Teil hatten wir noch mehr Spaß gehabt." Der 43 Jahre alte Regisseur steht zum Extrem-Trash seines Films: "Sex, Musik, Mädchen - das ist es doch, was Jugendliche aller Zeiten interessiert. Und heute sind die Toleranzgrenzen eben sehr weit gesteckt."

    Wie seine ebenfalls in Hamburg anwesenden jüngeren Brüder Shawn und Marlon schwärmte der Amerikaner von der Arbeit im Familien-Team. Insgesamt fünf der zehn schwarzen Wayans-Geschwister, die arm aufwuchsen, sind heute im Show-Business. "Unser Vater ist Zeuge Jehovas und war immer extrem sittenstreng. Daher rührt unser Humor, er ist eine Rebellion der Söhne", sagten Shawn und Marlon, die wie Bruder Keenen Ivory auch im Fernsehen mit Comedy Erfolg haben. Einen "Scary Movie 3" können sich momentan alle drei nicht vorstellen.

    Ulrike Cordes, dpa

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