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    Kritik: Sylvester Stallone mit neuem Image

    Noch vor drei Jahren schien die internationale Karriere des legendären "Rocky"- und "Rambo"-Darstellers keinen Pfifferling mehr wert zu sein. Doch kaum ist Sylvester Stallone als eiskalter Rächer "Judge Dredd" von der Leinwand verschwunden, kehrt er als Profi-Killer Robert Rath zurück. Stallone gilt wieder als Kassenfüller, allein in "Assassins - Die Killer" wagt er einen vorsichtigen Imagewandel. Er spielt den in die Jahre gekommenen Rath, der eines Tages von dem jungen Konkurrenten Miguel Bain (Antonio Banderas) gejagt wird.

    Regisseur Richard Donner, sonst eher bekannt für emotionsgeladenes Actionkino, inszenierte diesmal ein kühles Duell, in dem Computer und Telekommunikation eine fast ebenso große Rolle spielen wie die Stars. Jahr für Jahr hat Rath seine Tötungsaufträge via Laptop bekommen. Seinen Auftraggeber hat er nie gesehen, Rath ist ausgebrannt, seine Jobs erledigt er mit fast gleichgültiger Präzision. Doch bevor er aussteigt, will er noch ein letztes Zwei-Millionen-Dollar-Ding mitnehmen. Der Auftrag wird zur Falle. Plötzlich ist er der Gejagte, Bain ist ihm auf den Fersen.

    Es entwickelt sich ein Kampf der Giganten und zugleich zweier gegensätzlicher Schauspieler. Der energiegeladene dynamische Antonio Banderas steht gegen eine resignierten müden Sylvester Stallone. So entsteht ein Spannungsfeld, in dem sich "Assassins - Die Killer" zu einem Drama mit streckenweise tragischen Untertönen entfalten kann. "Die physische Action im Kino ist an ihre Grenzen gekommen", erklärte Sylvester Stallone anläßlich der Deutschlandpremiere in Hamburg. Für den Film war diese Einsicht ein Segen. Mit klug geführten Schauspielern findet Regisseur Donner zurück zu einem Kino, daß sich eher an Charakteren als an Explosionen orientiert.

    Im Finale fliegen natürlich trotzdem die Fetzen: In einem alten Lagerhaus treffen Rath und Bain ein letztes Mal aufeinander. Während morsche Böden brechen und Staub rieselt, wird das Duell zum Verzweiflungsakt. Ein Auftragsmord, den Rath vor Jahren begangen hat, entpuppt sich schließlich als Schlüsselerlebnis. Einen echten Sieger gibt es zum Schluß eigentlich nicht. Nur Freude beim überlebenden Stallone über seine neu gewonnene Freiheit und, wenn man über die dünnen Dialoge hinwegsieht, einen gelungenen Film.

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