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  • Kritik: Sylvester Stallone besteht in "Cop Land" neben Robert de Niro und Harvey Keitel

    Hamburg (AP) Schon allein aus einem Grund ist "Cop Land" ein toller Film: Sylvester Stallone zeigt sich zum ersten Mal seit "Rocky" 1976 wieder als ernstzunehmender Schauspieler und nicht als Muskelbrocken, der boxt, schießt, rennt und ansonsten schweigt. Und obwohl er in dem vom jungen James Mangold inszenierten Film "Cop Land", der am 29. Januar in den deutschen Kinos anläuft, sich neben Hochkarätern wie Robert de Niro oder Harvey Keitel behaupten muß, geht er nicht unter. Offenbar hat der 51jährige gemerkt, daß dicke Oberarme ab einem gewissen Alter nicht mehr reichen. Oder haben ihm Krawallfilme wie "Cliffhanger" keinen Spaß mehr gemacht?

    In "Cop Land" gibt Stallone den einfältigen, aber gutmütigen Sheriff Freddy Heflin des 1.280-Seelen-Ortes Garrison, genau gegenüber von Manhattan gelegen. Die heimlichen Herren von Garrison sind jene New Yorker Polizisten um Ray Donlan (Harvey Keitel), die aus dem Moloch geflohen sind, damit ihre Frauen und Kinder beschaulich in einer kleinen Stadt leben könne. Sheriff Heflin ist ihr Hampelmann. Der wäre gerne ein echter harter New-York-Cop wie die anderen, aber er ist nach einem Unfall auf einem Ohr taub.

    Hinter der friedlichen Fassade der Polizisten-Kleinstadt steckt das Verbrechen: Die Cops sind allesamt von der New Yorker Mafia bestochen, die ihre Häuser finanziert. Auftritt Robert de Niro: Als Polizeiermittler gegen korrupte Kollegen ist er den Leuten um Donlan auf der Spur. Er zeigt Sheriff Heflin Bilder der korrupten Kollegen mit Mafiabossen. Zunächst deckt der Sheriff seine Kumpels, aber als es später um Leben und Tod geht, muß er zwischen Loyalität und seinem Gewissen wählen.

    "Cop Land" ist ein Schauspielerfilm, angetrieben von den Konflikten zwischen de Niro und Keitel sowie dem wunderbaren Ray Liotta, der auch einer der korrupten Cops ist, aber aussteigen will. Sie alle halten Stallone umzingelt: In ihrem Macho-Wahn gefangene Männer, die dicke Bäuche haben, Bier aus Flaschen trinken und ihre Frauen betrügen.

    Und mittendrin Stallone als einsamer Junggeselle Heflin, der immer noch von Cindy (Annabella Sciorra) träumt, der er vor vielen Jahren das Leben rettete, dabei auf dem Ohr taub wurde und doch schließlich mitansehen mußte, wie Cindy dann einen der korrupten Cops heiratete. Nachts hört er traurige Balladen von Bruce Springsteen auf einem alten Schallplattenspieler und sinniert über die Wege, die sein Leben nicht genommen hat.

    Stallone hat sich für die Rolle 15 Kilo mehr Gewicht angefuttert. Sein Gesicht ist nicht mehr so eckig, und der ganze Mann wirkt weicher, seine hängenden Augenlider machen ihn traurig. Er liefert die beindruckende Studie eines einfachen Mannes, der im entscheidenden Moment das Richtige tut.

    Von AP-Korrespondent Claus-Peter Tiemann

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