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  • Kritik: Surrealer Thriller zwischen Traumwelt und Realitä

    Eigentlich springt der Psychiater Sam Foster (Ewan McGregor) in dem Film «Stay» nur für eine erkrankte Kollegin ein - und wird mit seinem dramatischsten Fall konfrontiert.

    Ein nervöser junger Mann kündigt seinen Selbstmord an und verschwindet kurz darauf aus Sams Büro. Der aufgeschreckte Arzt versucht verzweifelt, ihn zu finden, und findet sich wieder auf einer seltsamen Reise zwischen Realität und Fiktion. Er eilt von einem Dejá-Vu zum anderen, spricht mit toten Menschen, läuft über Treppen, die kein Ende mehr finden, geht durch Türen, die zu unvorhersagbaren Orten führen - kurzum, die ganze Welt gerät aus den Fugen und versinkt in einem klebrigen Albtraum.

    Regisseur Marc Forster, der mit dem Drama «Monster's Ball» seinen Durchbruch schaffte und mit «Wenn Träume fliegen lernen» einen Ausflug in den Mainstream unternahm, liefert mit «Stay» die Rechtfertigung dafür, dass die Kritiker ihn zu einem der größten jungen Talente Hollywoods erklärten. Die verzwickte Geschichte um eine Gratwanderung zwischen Leben und Tod drehte der Schweizer als feinfühliges filmisches Kunstwerk, dem man sich nicht entziehen kann.

    Es mag Zuschauer geben, die diesen traumatischen Irrlauf zu verschachtelt und unübersichtlich finden werden. Forster, über den gern geschrieben wird, dass er ohne Fernsehen auf der Alm aufwuchs, weiß das. «Es wird Leute geben, die den Film hassen werden und sagen, er ist eine Zeitverschwendung», sagte er in einem Interview. «Und es wird andere geben, die auf ihn eingehen und ihn mehr als einmal sehen werden wollen.»

    Für diese Zuschauer birgt der Film viele Rätsel auf verschiedenen Ebenen, von denen manche am Ende aufgelöst werden und andere zumindest auf den ersten Blick nicht. Warum geht Sams Kollegin, die den jungen Patienten vorher betreute, nicht einmal mehr ans Telefon? Warum trägt Ewan McGregor ständig zu kurze Hosen? Warum tauchen im Bild ständig Zwillinge auf? Zuviel von der Geschichte zu erzählen, würde nur das Filmvergnügen stören - und ist angesichts der verzwickten Handlung sowieso kaum möglich.

    US-Filmkritiker würdigten besonders die schauspielerische Leistung des jungen Ryan Gosling, der den selbstmordgefährdeten Maler Henry Lethem spielt, sowie von Naomi Watts in der Rolle von Sams fragiler Freundin Lila - ebenfalls einer Künstlerin, die einst selbst den Freitod wählte und von dem Psychiater gerettet wurde. Eine weitere unvergessliche Vorstellung liefert Bob Hoskins als Sams blinder Mentor.

    dpa

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