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  • Kritik: "Superstars" aus der Vergangenheit

    Die Idee ist wunderbar: Man forme ein Team aus sieben sehr speziellen Gestalten der Weltliteratur des 19. Jahrhunderts und schicke sie in ein Kinospektakel mit dem filmischen Aufwand und den Spezialeffekten des 3. Jahrtausends.

    Aber der Abenteurer Allan Quatermain (Sean Connery), der unsterbliche Dandy Dorian Gray, der sagenhafte Kapitän Nemo, Tom Sawyer, Dr. Jekyll und sein entfesseltes inneres Monster Mr. Hyde sowie der Rest der "Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" verstricken sich tief in Action und aufwendigen Dekors. Der Charme der Geschichte um die "Superstars" der Vergangenheit kommt dabei ein wenig zu kurz.

    Digital aufgepeppt: das viktorianische London im Jahr 1899

    Der Film in der Regie von Stephen Norrington basiert auf einem Comicroman von Alan Moore. Die düster verfremdete Architektur und verschwenderisch-bizarre Ausstattung erinnern an den zeichnerischen Ursprung. Dank prächtiger Kulissen und vieler digitaler Effekte erzeugen das viktorianische London im Jahr 1899, die Pracht von Venedig und Nemos fantastisches Schiff "Nautilus" eine schön surreale Fantasy-Atmosphäre. Drehbuch und Dekor geben den Helden allerdings wenig Raum zur individuellen Entfaltung.

    Liga wird angeführt von Connery als Meisterschütze Quatermain

    Angeführt von Connery als Meisterschütze Quatermain, der aus dem Ruhestand in Afrika geholt wird, zieht die "Liga" in den Kampf gegen einen Bösewicht, der die Welt durch Terror in einen gigantischen Krieg verwickeln will. Als Produzent automatischer Waffen und der vor 100 Jahren noch unbekannten Panzer will der Fiesling steinreich werden.

    Jedes Mitglied hat seine ganz besonderen Stärken (und Schwächen)

    Beim Aufmarsch gegen den Schurken kann jedes Mitglied der "Liga" seine ganz besonderen Stärken (und Schwächen) unter Beweis stellen: Dorian Gray, dessen Bild an seiner Stelle altert, ist ein unverletzbarer Killer, aber auch eitel und arrogant. Kapitän Nemo, der erfindungsreiche Krieger, ist ein Einzelgänger. Mina Harker, die einzige Frau unter den Gentlemen, hat als Wissenschaftlerin Graf Dracula bekämpft und entwickelt selbst eine vampirische Lust auf Blut. Der Unsichtbare Rodney Skinner ist ein Dieb und macht nur mit, um mit einem Gegenmittel wieder sichtbar werden zu können. Dr. Jekyll hat eine geplagte Seele, in der sich eine unkontrollierbare Bestie verbirgt. Und dann ist da noch Tom Sawyer, der nach seinen Abenteuern am Mississippi dem Secret Service beigetreten ist, um als Agent in der Welt für Ordnung zu sorgen.

    Gentleman-Humor und Reiz der Story gehen in Materialschlacht unter

    Stoff genug also für eine atemberaubende Geschichte. Das wird sich auch Connery gedacht haben, als er seine Rolle akzeptierte. Doch während der Dreharbeiten soll es zu etlichen Auseinandersetzungen zwischen ihm und Regisseur Norrington gekommen sein - vielleicht, weil auch Connery gespürt hat, dass sein lässiger Gentleman-Humor und der inhaltliche Reiz der Story in einer Materialschlacht untergehen.

    Karin Zintz, dpa

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