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  • Kritik: Suche nach der Identität

    Profi-Killer Jason Bourne sucht immer noch nach seinem wahren Ich. Während er in «Die Bourne Identität» (2002) nach einem Gedächtnisverlust zunächst gar nichts mehr über sich weiß, wird er in dem neuen Agententhriller «Die Bourne Verschwörung» von Erinnerungsfetzen an grausame Morde geplagt, die er als Mörder in Diensten des US-Geheimdienstes CIA verübt hat.

    Nun holt ihn die Vergangenheit in Form eines russischen Killers ein: Der Jagd auf Bourne fällt dessen Freundin Marie (Franka Potente) zum Opfer, er selbst kann entkommen. Als ihm auch noch zwei Morde in die Schuhe geschoben werden sollen, kehrt Bourne zurück in die Welt der Agenten.

    Bourne wird erneut gespielt von Matt Damon, der schon im ersten Teil Jason Bourne verkörperte. Damon, der in «Good Will Hunting» (1997) noch das schüchterne Unterklassen-Genie spielte, gibt wieder den harten und abgebrühten Einzelkämpfer. Fiel es im ersten Teil noch etwas schwer, ihm diesen Stilwandel abzunehmen, überzeugt er hier - vielleicht auch, weil sein Alter von jetzt 34 der Rolle besser entspricht als noch vor zwei Jahren. In realistisch choreografierten Kampfszenen und Verfolgungsjagden beweist er, dass er im Vergleich zu «Die Bourne Identität» dazugelernt hat.

    Franka Potente («Lola rennt») dagegen bleibt in den wenigen Minuten, bevor sie einen tragischen Filmtod stirbt, kaum Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Auch Joan Allen («Nixon», «Der Eissturm»), die als CIA-Ermittlerin Pamela Landy in die Story einsteigt, wird es schwer gemacht, in ihrer Rolle zu glänzen: Den gesamten Film über darf sie keine einzige Gefühlsregung zeigen. Ebenso unterkühlt wie eigentlich der ganze Film präsentiert sich Karl Urban (Eomer in «Der Herr der Ringe») als fieser Killer.

    Regisseur Paul Greengrass («Bloody Sunday») übernahm den Job in der zweiten Verfilmung von Robert Ludlums Thrillerreihe von Doug Liman, der die «Bourne Identität» drehte. Eine gute Entscheidung der Produzenten, denn Greengrass gibt dem Film deutlich mehr Tempo und Spannung als Liman im ersten Teil. Die Verfolgungsjagd erinnert an die Klassiker «Bullit» (1968) und «The French Connection» (1971). Eine wacklige Kamera, unscharfe Einstellungen und die düstere Grundstimmung spiegeln die Unordnung in Jason Bournes Kopf wider: Ein Mann, der schreckliche Dinge getan hat, von denen er nichts mehr weiß, sie aber trotzdem bereut. Dieser Stil ist gewöhnungsbedürftig - man sollte im Kino nicht in den ersten Reihen sitzen. Umgewöhnen muss sich auch, wer beide Teile hintereinander sehen will: Matt Damon bekam eine neue Synchronstimme verpasst.

    Bei der Wahl der Drehorte bewies das Filmteam Geschick: Ludlums Bücher spielen zur Zeit des Kalten Krieges, und die Verfilmung greift dies auf, indem die ehemalige Ost-West-Frontstadt Berlin zum Schauplatz gemacht wird. Wichtige Szenen spielen an Orten, die vor der Wende symbolhaft für die gegensätzlichen Systeme in der geteilten Stadt waren: Der Kurfürstendamm im Westen und der Alexanderplatz im Osten. Die Handlung weicht stark von der Romanvorlage ab, baut aber auf einer Folge des Zusammenbruchs der Sowjetunion, der Privatisierung der Ölindustrie, auf.

    An den US-Kinokassen übertraf «Die Bourne Verschwörung» seinen Vorgänger: Rund 175 Millionen Dollar wurden bislang eingespielt, knapp 50 Millionen mehr als «Die Bourne Identität» bei nahezu gleichem Budget von 75 Millionen Dollar.

    dpa

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