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  • Kritik: Steve Martin als schräger Inspektor Clouseau

    Die wichtigste Frage beim Remake der Komödie «Der rosarote Panther» lautet: Wie ist Steve Martin im Vergleich zu Peter Sellers?

    Seit Paulchens Debüt 1963 bis zu Sellers' Tod 1980 war diesem die Rolle des trotteligen französischen Inspektors Clouseau auf den Leib geschrieben. Als Publikumsliebling verkörperte er den Detektiv auf den Spuren von Diamantendieben und anderen Bösewichtern mit unnachahmlicher Tollpatschigkeit und verquerer Grammatik. Das Urteil: Steve Martins Version von Clouseau ist ziemlich gut, an die Genialität von Sellers kommt er aber nicht ganz heran. Was alle kalt lassen wird, die das Original nie gesehen haben.

    Mit einem schmalen Schnurrbart, die Augen zu Schlitzen verkniffen und dümmliche Aufgewecktheit simulierend, hat Martin als besten Gag seinen französischen Akzent zu bieten. Besonders komisch ist seine Unfähigkeit, trotz Sprachtrainers das Wort «Hamburger» auszusprechen, was ihn in Teufels Küche bringt. Andere Sellers-Anleihen wirken jedoch sehr gequält - etwa das wiederkehrende Thema, hinter dem Vorhang nach möglichen Spionen zu suchen. Gegen Sellers' Slapstick-Komik wirkt Martins zu konstruiert.

    «Bei Martins Performance wird sich Sellers im Grabe umdrehen», lautet das Urteil von «USA Today». «Die kalte, stromlinienförmige Regie (von Shawn Levy) gibt dem Film die Ausstrahlung eines mechanischen Apparats, der von einer Fernbedienung manipuliert wird - mit dem Finger auf der Vorspultaste», urteilte die «New York Times». Dem Publikum in den USA war das egal. Am Eröffnungswochenende landete «The Pink Panther» an der Spitze der Kinocharts und spielte in den ersten drei Wochen knapp 60,9 Millionen Dollar (51 Millionen Euro) ein.

    Aber schließlich hat der Film noch andere wunderbare Darsteller zu bieten. Kevin Kline ist beispielsweise die perfekte Besetzung für Clouseaus Vorgesetzten, den Polizeipräsidenten Dreyfus. Er mimt den arg gebeutelten Ehrgeizling mit solch perfektem Timing, dass ein Kritiker vorschlug, er solle doch seine Rolle mit Martin tauschen. Und Jean Reno glänzt in der Nebenrolle als Clouseaus stets verwirrter Assistent Ponton ebenso wie Emily Mortimer als hingebungsvolle Sekretärin Nicole. Clive Owen, der vor Daniel Craig als neuer James Bond im Gespräch war, ist als «Agent 006» dabei, der mal eben ein Kasino von Bösewichtern befreit. Natürlich kann sich Clouseau diesen Erfolg in die Tasche stecken.

    Der Film dreht sich um den Mord an einem berühmten französischen Fußball-Nationaltrainer, der nach einem gewonnenen Endspiel gegen die Chinesen von einer Giftspritze dahingerafft wird. Sein Glücksbringer, ein spektakulärer Diamantring mit dem Namen «Der rosarote Panther», ist verschwunden. Verdächtigt wird seine Freundin Xania (Beyoncé Knowles), eine international gefeierte Pop-Sängerin. In der Tat ein Fall für den bescheuertsten Inspektor aller Zeiten.

    Klassisch ist außerdem die brillante Titelmusik von Henri Mancini, um die auch das Remake nicht herum kommt. Sie ist mondän, ein bisschen ironisch und gleichzeitig spielerisch. Eigentlich viel zu cool für so einen trotteligen Inspektor. Und zum Glück hat auch die legendäre Trickfigur Paulchen Panther im Vorspann wieder einen großen Auftritt.

    dpa

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