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  • Kritik: Stephen-King-Roman als packender Kino-Thriller "Dolores"

    Hamburg (dpa). So hat sich die erfolgreiche Journalistin Selena (Jennifer Jason Leigh) ihre Heimkehr nach Hause nicht vorgestellt. Ihre Mutter Dolores (Kathy Bates) steht unter Mordverdacht, und in ihrem Elternhaus ist der Kühlschrank leer und lang nicht mehr aufgeräumt worden. Außerdem hält der Polizist Mackey (Christopher Plummer) Dolores nicht nur für den Tod von Vera Donovan (Judy Parfitt) schuldig, sondern auch für das Ableben von Selenas Vater (David Strathairn), der vor Jahren unter mysteriösen Umständen starb.

    Von Regisseur Taylor Hackford in den erstklassiken Thriller "Dolores" verpackt, beginnt eine emotionsgeladene Annäherung zwischen Mutter und Tochter, in der sich die Fragen der Vergangenheit neu stellen.

    "Oscar"-Preisträgerin Kathy Bates war von Anfang an von Hackfords Projekt begeistert. "Es läßt sehr viel Platz für Details und Randbemerkungen", erzählt sie im dpa-Gespräch. Ohne seine Charaktere und die spannenden Fragen nach dem Täter auch nur eine Sekunde aus den Augen zu verlieren, hat Hackford scheinbar belanglose Alltagsbeobachtungen und hochdramatische Schlüsselszenen fließend miteinander verbunden.

    Während man die Menschen immer besser versteht und kennenlernt, werden die Tatumstände immer rätselhafter. Zweiundzwanzig Jahre hat Dolores den Haushalt der tyrannischen Vera geführt. Hat sie sich etwa mit einem Mord für die Sticheleien und Gemeinheiten der reichen Witwe gerächt? Was ist wirklich mit ihrem Mann geschehen? Und warum haßt Selena insgeheim ihre Mutter und schluckt Unmengen Beruhigungspillen?

    Nach dem Roman "Dolores Claiborne" von Stephen King erzählt Taylor Hackford ein Drama voller überraschender Wendungen und mit herausragenden Hauptdarstellerinnen Leigh und Bates. "Es war die Vielschichtigkeit der Rolle, die mich herausgefordert hat", sagt Kathy Bates, "in den meisten Filmen heutzutage sind die Personen doch von Anfang bis Ende gleich, für eine Schauspielerin ist das völlig langweilig. Aber hier hatte ich die alte und die junge Dolores zu spielen, ihre völlige Zurückgezogenheit und ihre Ausbrüche, das war wirklich eine Aufgabe."

    Bates kann damit leben, daß sie für derartige Rollen zwar regelmäßig Kritikerlob einheimst, oder, wie 1990 für "Misery" sogar einen "Oscar", ansonsten in Hollywood aber keine Lobby besitzt. "Ich entspreche nicht dem angesagten Frauenstereotyp", weiß die 47jährige, solange sie als Ausnahme-Darstellerin gilt, überläßt sie das trendy-sein gern den anderen.

    Copyright: DIE WELT, 7.9.1995

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