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  • Kritik: Spritziges Trauerspiel um Haben und Sein

    Die US-Regisseurin Nicole Holofcener hat viele Folgen von «Sex and the City» und den «Gilmore Girls» gedreht. Ihr neuer Kinofilm «Friends with Money» knüpft mit witzigen, auch sarkastischen Dialogen daran an. Die spritzige US-Komödie macht das Leben und Leiden von vier wohlhabenden Freundinnen in Los Angeles zum Thema.

    Eine von ihnen bricht aus ihrem bisherigen Leben aus und schlägt sich mit Putzen durch. Eine Botschaft wird deutlich. Wohlstand muss nicht glücklich machen und gibt dem Leben auch keinen Sinn. Der mit Stars besetzte Film zeigt den modernen Alltag kultivierten Großstadtlebens - mit manchmal tragischer Situationskomik.

    Olivia (Jennifer Aniston) hat sich den gesellschaftlich akzeptierten Spielregeln entzogen, ihren Job als Lehrerin aufgegeben. Dass sie es vorzieht, fremde Wohnungen anstelle ihres eigenen chaotischen Lebens in Ordnung zu bringen, irritiert die Freunde. Die so plötzlich aufgerissene soziale Kluft lässt sich leichter überspielen als das demonstrativ zur Schau getragene Desinteresse am Geld. Aus dem Gleichgewicht bringt die Freunde die beunruhigende Erkenntnis, dass Olivia nicht unglücklich ist, weil sie nun arm ist. Und dass sie ihr eigenes Unglücklichsein nur mit Kaufkraft kompensieren.

    Die Diskrepanz zwischen Sein und Haben quält zunehmend die Protagonisten in dieser leicht erzählten Komödie. Die erfolgreiche Modedesignerin Jane (Frances McDermond) überlässt sich an der Seite ihres schwulen Ehemannes (Simon McBurney) einer depressiven Resignation und verweigert das Haarewaschen. Christine (Catherine Keener) und David (Jason Isaacs) schreiben zusammen Drehbücher und finden nicht zu einem gemeinsamen Dialog. Franny (eine diesmal ungewohnt ernste Joan Cusack) und Matt (Greg Germann) sind einfach nur reich und haben alle Hände voll zu tun, ihre Fassade zu wahren.

    Die komischen Trauerspiele der emotional verarmten Reichen können nicht zuletzt Dank der ausgesuchten Darstellerinnen ihre Substanz im mundgerechten Komödien-Format behaupten. Nicole Holofcener blieb zwar auch bei diesem Film im episodischen Rhythmus von TV-Serien. Trotzdem hat man nie das Bedürfnis abzuschalten.

    Ricarda Schrader, dpa

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