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  • Kritik: Sportagent Cruise auf der Suche nach Werten

    Hamburg (dpa) - Der "König der Strahlemänner" scheint immer für einen Rekord gut. Tom Cruise, frischgebackener "Golden Globe"- Gewinner, ist zumindest in den USA auf dem besten Weg, als erster Hollywood-Star mit fünf Filmen nacheinander jeweils mehr als 100 Millionen Dollar an den Kinokasssen des Landes eingespielt zu haben. Neuester Zacken in dieser Krone der Kassenmagneten ist die Komödie "Jerry Maguire - Spiel des Lebens", die nach Ansicht von Experten sogar die 180 Millionen-Grenze überschreiten könnte.

    War Cruise in "Mission: Impossible" bestenfalls als Actionstar gefragt, so kann er in der Titelrolle des neuen Films von diesem Donnerstag (27. Februar) an in den deutschen Kinos noch ein wenig mehr zeigen als stramme Muskeln und ein gewinnendes Lächeln. Von einem deutschen Filmmagazin als "vermutlich modernste, intelligenteste und erwachsendste Hollywood-Komödie" des vergangenen Jahres bezeichnet, erzählt der Streifen in der Regie von Cameron Crowe vor allem die Geschichte von der Suche eines Sportagenten nach verloren geglaubter Menschlichkeit.

    Die Welt des ehrgeizigen Agenten Maguire dreht sich ausschließlich um lukrative Deals mit den Größen des Sports. In einer schwachen Stunde besinnt sich der "Haifisch in Nadelstreifen" jedoch der eigentlichen Werte des Lebens und stellt sich selbst die Frage nach dem Menschlichen in seiner gierigen Gilde. Er fordert in einem Memo die Abkehr vom kalten Busineß, wird prompt als Ketzer und Nestbeschmutzer gefeuert und verliert auf einen Schlag fast alle seine Klienten.

    Über endlose Umwege und etliche kleinere und größere Lektionen lernt Maguire schließlich, sich zu bessern und die wahren Werte zu schätzen. Dabei geht der Regisseur Crowe das Risiko ein, ungeduldige Zuschauer bereits in den Anfangsminuten zu verlieren, denn erst in der zweiten Hälfte gewinnt sein auch für den "Oscar" nominierter tragikomischer Streifen durch die Wandlung des Protagonisten an Fahrt und Inhalt. Der Erzählfluß widerspricht allerdings auch in den spannenderen Minuten jeder Konvention.

    Maguire wird auf dem langen und bisweilen langatmigen Weg zur Selbstfindung begleitet von seinem letzten treuen Kunden, einem aufmüpfig-ambitionierten Football-Spieler (Cuba Gooding Jr.), und der attraktiven Buchhalterin Dorothy (Renee Zellweger), die ihm reichlich naiv bis an den Rand des Ruins folgt. Maguires Straucheln zwischen Triumph und Tränen ist extrem auf den amerikanischen Sport, auf das unübersichtliche System des An- und Verkaufs von Profisportlern und die unbekannte Welt der Sportagenten konzentriert. Ob Cruise und Crowe ihren US-Erfolg auch in deutschen Kinos wiederholen können, bleibt abzuwarten.

    Von Martin Oversohl, dpa

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