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  • Kritik: Spinnen auf Menschenjagd

    Eine Lastwagen-Vollbremsung, eine Atommülltonne, die in einen Teich rollt, und flinkes Gekrabbel - schon ist sie angerichtet, die zwar nicht originelle, aber schmackhafte Schlachtplatte.

    Der Monsterspinnenfilm "Arac Attack" kommt schnell zur Sache: Ein kauziger Spinnenzüchter wird von einer mutierten Spinne gebissen und wirft dabei - in Horrorfilmen gibt es viele Grobmotoriker - in seiner Abwehrbewegung sämtliche Brutkästen um, worauf das achtbeinige Gezücht massenhaft entfleucht in Richtung des Wüstenstädtchens Prosperity und unterwegs auf Lastwagengröße anschwillt.

    Eine nette Überraschung

    Der kleine Mike, bester Freund des kauzigen Spinnenzüchters und instruiert durch alte Horrorfilme im Fernsehen, ist zunächst der Einzige mit Durchblick; aber - natürlich - sind die Erwachsenen so beschränkt, dass sie erst Aug' in Auge mit den Monstern an deren Existenz glauben. Etwa in dem Moment, wenn die Killerspinnen mit einem ihrer acht pelzigen Beine ein Schlafzimmerfenster öffnen, denn die Biester sind ganz schön schlau.

    Eine nette Überraschung ist dieser Genrefilm, der sich augenzwinkernd vor B-Movie-Horrorklassikern wie "Tarantula" und "Formicula" verbeugt. Zum zweiten Mal wird in diesem Kinosommer nach "Spiderman" das in der Populärkultur der Fünfziger beliebte Spinnenthema wiederverwertet.

    Gut konstruierte und durchgehend spannende Geschichte

    Wie "Spiderman"-Regisseur Sam Raimi pflegt auch Debütregisseur Ellory Elkayem einen entspannten Umgang mit den Vorbildern, indem er die selbstreferentielle Ironie nicht zu weit treibt. Und anstatt mit den Möglichkeiten heutiger Special Effects vorwiegend billigen Mummenschanz zu zeigen, konzentriert er sich lieber auf eine gut konstruierte und durchgehend spannende Geschichte.

    Dass der verlorene Sohn der Stadt, der heimkehrende Mineningenieur Chris McCormick (gespielt von David Arquette, stets erste Wahl für anspruchslose Filme) seiner Jugendliebe, Mikes Mutter Sam Parker (Kari Wührer, Sängerin und TV-Sternchen), wieder näher kommen wird, steht dabei ebenso außer Frage wie das verdiente Ende des - natürlich - korrupten Bürgermeisters.

    Opfer sollen lebend im Kokon gewickelt verspeist werden

    Und dass der Sheriff weiblich und sehr sexy in seiner Uniform ist, ist ein amüsant variiertes Klischee. Von dieser dominahaften Polizistin lassen sich Raser nicht ungern Strafzettel ausstellen. Ein kleiner Hingucker von vielen in diesem gut gelaunten Streifen, der die richtige Mischung aus Komik und Thrill findet und seinen burlesken Humor meist aus Alltagsbeobachtungen bezieht.

    Fast liebevoll werden die von Gott verlassene Gegend und ihre leicht skurrilen Einwohner porträtiert: Sei es die kettenrauchende Gladys, deren Husten ihre Rettung sein wird, der durchgeknallte Radiomoderator, der tagtäglich falsche und ein einziges Mal eine echte Katastrophenmeldung über den Äther jagt, oder die grotesk überdimensionierte Shopping Mall des bankrotten Städtchens, in der sich am Ende alle verschanzen.

    Spinnen als wortwörtlicher "Running Gag"

    Die Spinnen erscheinen sowohl als wortwörtlicher "Running Gag" wie auch als biologisch aufschlussreiche Spezies, die ihre Opfer lebend in Kokons einwickelt, um im Wettstreit um Weibchen mit einem menschlichen "Frühstück im Bett" punkten zu können. Zum Angstmachen taugen sie zwar auch - doch allzu tief geht der Film nicht ins eklige Spinnen-Detail. Das ist zumindest die Meinung eines beruflich abgebrühten Kinogängers. Wer schon in der Realität mit Weberknechten und schwarzen Witwen Probleme hat, sollte diesen munteren Horrorfilm trotzdem weiträumig umfahren.

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