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  • Kritik: Spielbergs Dinos schlagen zurück

    Hamburg (dpa) - Vier Jahre lang herrschte Totenstille im "Jurassic Park". Doch etwas hat überlebt: Aufgeschreckt durch menschliche Eindringlinge verbreiten Steven Spielbergs wütende Dinosaurier wieder Angst und Panik. Noch wilder, noch echter, noch perfekter agieren die faszinierenden Urzeit-Viecher in "Vergessene Welt".

    Die Zeit ist weder an den Tieren aus der Vorzeit noch an den Menschen, die von ihnen wissen, spurlos vorübergegangen. Während sich T.Rex und Co. nach der Katastrophe im "Jurassic Park" auf einer Nachbarinsel vollkommen ungestört vermehren konnten, haben die Menschen Abschied genommen von romantischer Träumerei. Den Geschöpfen der Gentechnik droht jetzt die gnadenlose Jagd und Ausbeutung.

    Mit Fortsetzungen seiner Erfolge hat das mittlerweile 50jährige Regie-Genie Spielberg noch nie Probleme gehabt, sofern er sie selbst gedreht hat. Drei "Indiana Jones"-Filme hat er bisher in Szene gesetzt, ein vierter ist geplant. Beruflich wie privat scheint der Vater von sechs Kindern - die jüngste Tochter Destry kam vor sieben Monaten an einem drehfreien Tag zur Welt - nach dem Motto zu handeln: Was gut ist, kann in Serie gehen. Und so hat auch "Vergessene Welt", wieder basierend auf einem Bestseller-Roman von Michael Crichton, ein Finale, das weitere Geschichten offen läßt.

    "Steven gibt den Leuten, was sie sehen wollen, und er überrascht sie zugleich", sagt Jeff Goldblum, Star des aktuellen Films, über die Fortsetzung. Eine Überraschung ist in der Tat die Wandlung der Rolle Goldblums, der sich vom sarkastischen Wissenschaftler im Dino- Erstling zum romantischen Liebhaber, fürsorglichen Vater und leidenschaftlichen Gegner der Kommerzialisierung der Natur gemausert hat. "Letztes Mal war ich ein ironischer, zynischer Typ. Jetzt spiele ich den innigen, emotionalen Kumpel", beschreibt Goldblum seinen Imagewechsel im dpa-Gespräch. "Das ist das klassische Muster eines Mannes, der durch eine Krise verändert worden ist."

    Als Wissenschaftler Ian Malcolm betritt Goldblum die Saurier-Insel dieses Mal nur, um seine Freundin Sarah (Julianne Moore) zu retten. Sie hat sich einer kleinen Forschergruppe angeschlossen, die das vorzeitliche Tierleben dokumentieren soll. Fast zeitgleich trifft auch eine militärisch organisierte Jägerhorde des Konzerns "InGen" ein. Mit rabiaten Methoden versuchen sie, die Dinos zu fangen, um in San Diego einen neuen, lukrativen "Jurassic Park" zu gründen.

    Doch die Natur schlägt zurück, für die Fleischfresser unter den Echsen sind störende Menschen eine willkommene Mahlzeit. Aber die geldgierigen Manager von "InGen" schaffen es trotz aller Opfer, einen Tyrannosaurus Rex nach San Diego zu verschiffen. Die Ankunft des Tiere gerät vollkommen außer Kontrolle.

    Das Manko, daß Dinosaurier auf der Leinwand nichts Neues mehr sind, gleicht Spielberg aus durch eine noch spannendere Geschichte, noch perfektere Animationen, mehr Action, Gewalt und mehr Humor. Sichtliches Vergnügen hat es dem "Kind mit Bart", wie der große alte Billy Wilder den "Oscar"-Träger Spielberg einmal genannt hat, bereitet, seinen T.Rex durch die Stadt stampfen zu lassen. Da bebt wie einst bei "King Kong" der Boden, kreischende Menschen fliehen in Panik, Einkaufszentren gehen zu Bruch. Man darf gespannt sein, ob Roland Emmerich, der nach seinem Welthit "Independence Day" zur Zeit eine moderne Version des Monster-Klassikers "Godzilla" dreht, diesen wütenden Saurier im Sauseschritt noch übertreffen kann.

    Von Karin Zintz, dpa

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