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  • Kritik: Spielberg zeigt Freiheitskampf zur Zeit der Sklaverei

    Nach dem Welterfolg von "Schindlers Liste" hat Steven Spielberg sich erneut eines historischen Themas angenommen: "Amistad" schildert den Leidensweg einer Gruppe Afrikaner aus Sierra Leone, die von Sklavenhändlern verschleppt wurden.

    Unterwegs auf dem Schiff nach Amerika überwältigen die Gefangenen ihre Peiniger und landen 1839 an der nordamerikanischen Küste nicht weit von New York. Doch was zunächst wie Rettung aussieht, bringt nur neue Gefahren für die 39 Männer und Frauen.

    Der Film beginnt dramatisch: Mit blutigen Fingern zieht der spätere Anführer der Sklavengruppe, Cinque (Djimon Hounsou), einen Nagel aus dem Schiffsholz und befreit sich und seine Freunde. Bei der Rebellion bleiben nur zwei Mann der spanischen Besatzung am Leben, die das Schiff steuern. Doch statt zurück nach Afrika segeln sie die "Amistad" entlang der amerikanischen Ostküste nach Norden, bis sie vor Long Island bei New York aufgebracht werden. Die Afrikaner kommen wegen Mordes vor Gericht und werden Spielball verschiedener Mächte: Die Spanier wollen ihren Besitz zurück, der Kommandant des US-Kriegsschiffes fordert sie als Bergungsprämie, die Königin von Spanien will ihre Sklaven wiederhaben. Und dann sind da noch die Anhänger der Anti-Sklaverei-Bewegung, die die Freiheit für die Afrikaner fordern.

    An dieser Stelle kippt die Perspektive von "Amistad": Von der Schilderung des Freiheitskampfes der 39 Verschleppten wechselt der Blick zu den weißen Kämpfern gegen die Sklaverei. In einem Gerichtsdrama wird der vom Winkeladvokaten Roger Baldwin (Matthew McConaughey) geführte Kampf geschildert. Es geht um gute weiße Männer, die gegen böse weiße Männer um das Schicksal der weitgehend unbeteiligten schwarzen Männer und Frauen streiten. Später nimmt die Kamera zum Glück wieder die Position der Entführten ein, sie werden wieder stärker zu handelnden Personen.

    In einem ersten Verfahren bekommt der junge Anwalt Baldwin die Afrikaner frei. Er weist nach, daß sie in Afrika gekidnappt wurden und nicht in Sklaverei geboren wurden, was sie nach dem damaligen Rechtsverständnis zu einer Ware gemacht hätte. Aus politischen Gründen läßt der damalige US-Präsident Martin Van Buren den Gerichtsentscheid kippen und vor das höchste Gericht bringen. Doch der frühere Präsident John Quincy Adams (Anthony Hopkins) vertritt den Fall und bekommt die Afrikaner mit einem flammenden Appell auf das Grundrecht der Freiheit aus dem Gefängnis.

    In Erinnerung bleiben vor allem die Schauspieler Djimon Hounsou und Hopkins: Für den Westafrikaner Hounsou ist es die erste große Filmrolle. Er hat sich vor allem als Model für den Modezar Thierry Mugler hervorgetan, ehe er nach Hollywood kam. Hopkins spielt den alten Präsident, der verwirrt erscheint, aber am Ende klarer sieht als viele andere. Leider kann Morgan Freeman in der Rolle des Anti-Sklaverei-Kämpfers Theodore Joadson wegen der Schranken durch das Drehbuch nicht so zur Wirkung kommen, wie er es verdient hätte.

    Claus-Peter Tiemann, AP

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