40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Spektakulärer Trickfilm "Dinosaurier" läuft an
  • Kritik: Spektakulärer Trickfilm "Dinosaurier" läuft an

    Wenn es je gelingen sollte, Dinosaurier wieder zum Leben zu erwecken, wird Hollywood wackeln. Denn die späten Nachfahren der vor ungefähr 65 Millionen Jahren ausgestorbenen Giganten werden sicher mal jenen Ort besuchen wollen, der seit einigen Jahren so glänzende Geschäfte damit macht, die Herrscher der Vorzeit auf den Leinwänden der Welt zu präsentieren.

    Ein neuer Höhepunkt dabei ist die Walt-Disney-Produktion "Dinosaurier", die am 16. November nach großem Erfolg in den USA nun auch in die deutschen Kinos kommen wird.

    Wir werden dabei aber nicht, wie in Steven Spielbergs "Jurassic Park", den Zusammenstoß zwischen Mensch und Bestie erleben. Vielmehr führt uns der fast vollständig computeranimierte Trickfilm in ein Erdzeitalter, in dem noch überhaupt nichts auf die kommende Karriere des Homo sapiens hindeutete. Damals nämlich regierten unumschränkt die verschiedenen Abarten der Dinosaurier unseren Planeten. Im Mittelpunkt des Films steht, wie könnte es aus dem Hause Disney auch anders sein, ein liebenswerter Vertreter der Familie der Iguanodon-Saurier namens Aladar.

    Ausgewachsene Exemplare dieser speziellen Variante waren bis zu fünf Tonnen schwer und maßen zehn Meter Länge und fünf Meter Höhe. Kurzum: Sie besaßen die richtigen Dimensionen für die großen Leinwände in den modernen Multiplex-Palästen. Der Film erzählt die Geschichte der Kindheit und Jugend dieses Aladar vor dem Hintergrund eines dramatischen Geschehens, das für das fast abrupte Verschwinden der Dinosaurier von der Erde gesorgt haben dürfte: Vor 65 Millionen Jahren nämlich schlug ein Meteorit von zehn Kilometer Durchmesser auf die Oberfläche unseres Planeten ein und sorgte für eine ökologische Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Es war wohl der Anfang vom Ende der 155 Millionen Jahre währenden Saurier-Epoche.

    Disney wäre nicht Disney, gewönne es nicht auch diesem ungeheuren Drama der Vorzeit eine Geschichte ab, die für Alt und Jung gleich gut konsumierbar ist. Und so ist dieser Pflanzen fressende Riese Aladar, der noch im Ei bei einer putzigen Kleinaffenfamilie im Urwald landet und in deren Mitte heranwächst, ein liebenswerter Geselle. Lustig tollt er mit seiner winzigen Adoptivschwester Suri und dem geschwätzigen Freund Zini über die Lemuren-Insel, bis die Katastrophe der menschenfreien Naturidylle ein Ende bereitet.

    Was dann kommt, ist viel Dramatik, die bewährte Konfrontation zwischen Gut und Böse, wobei letzteres sich in den Fleisch fressenden Monstern der Carnosaurier verkörpert, sowie das manchmal reichlich penetrante Menscheln auf der Leinwand. Tricktechnisch ist der Film ein wahres Wunderwerk, an dem ganze Hundertschaften von Spezialisten über mehrere Jahre gearbeitet haben. So wurden weit über 1.300 Spezialeffekt-Aufnahmen verwendet, 3,2 Millionen Computerstunden waren vonnöten, um das Spektakel an 250 Großrechnern und weiteren 300 Schreibtischrechnern in Szene zu setzen.

    Die Wirkung der auf diese Weise erreichten fotorealistischen Bilder ist bestaunenswert, zumal 23 Dinosaurier-Spezies eigens für diese Produktion animiert wurden. Es lässt sich also ein informativer Blick in eine Zeit werfen, die Menschenaugen real nie gesehen haben. Aber das ist auch das Problem von "Dinosaurier": Es ist der Blick von Leuten, die mit dem Film viele Millionen Dollar verdienen wollen. Und so ist die kindgerechte Dramaturgie und Figurencharakteristik von jener Schlichtheit, die in schreiendem Widerspruch steht zur Raffinesse der eingesetzten Technik. Aber daran wird sich bei Disney kaum etwas ändern.

    Wolfgang Hübner, AP

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Samstag

    4°C - 8°C
    Sonntag

    6°C - 9°C
    Montag

    4°C - 8°C
    Dienstag

    5°C - 7°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!