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  • Kritik: "Speed 2" krönt den Action-König in Hollywood

    Frankfurt/M (AP) Ein junges Paar will zwei Wochen auf einem schneeweiß-schnittigem Kreuzfahrtschiff durch die Karibik turteln. Sehr schön für die beiden Verliebten, aber wer will sich so was 125 Minuten im Kino für Eintrittsgeld anschauen? Also muß ein faszinierender Bösewicht her, der aus der Traumreise einen Alptraum macht und die Zuschauer von einem erschrockenen "Oh" zum erstaunten "Ah" treibt. Wenn das alles mit einer atemberaubenden Rasanz von sich geht, kann der Film nur "Speed" heißen, und in diesem Fall ist natürlich Annie Porter mit von der Partie.

    Wo Annie auftaucht, sollten schreckhafte Gemüter schnellstens die Flucht ergreifen. Denn dann stehen wieder nervenzerfetzende Turbulenzen an. Wenn aber die patente Schöne in den allergrößten Schwierigkeiten steckt, halten ihr stets Millionen auf aller Welt die Daumen. Schließlich ist sie seit dem ersten "Speed"-Streifen 1994 Hollywoods liebenswerteste Action-Heldin. In "Speed 2" kann ab dem 10. Juli zugeschaut werden, wie Annie das irrwitzigste Schiffsdesaster aller Zeiten heil übersteht und eine Karibik-Idylle lustvoll demoliert wird.

    Der Holländer Jan De Bont, der nach seinen Superhits "Speed" und "Twister" auch das zweite Abenteuer mit Publikumsliebling Sandra Bullock in der Hauptrolle inszeniert hat, macht dieser Streifen zum unumstrittenen König eines Genres, das mit solcher Raffinesse, solchem Aufwand und solcher Perfektion nur von Hollywood produziert werden kann. Der ehemalige Kameramann seines gleichfalls in der kalifornischen Filmfabrik erfolgreichen Landsmanns Paul Verhoeven hat sich mit "Speed 2" in der absoluten Spitzenklasse jener Regisseure etabliert, die auf höchstem handwerklichen Niveau mitreißendes Kino für den Weltmarkt machen.

    Bei De Bont, der diesmal auch produzierte, geht der Erfolg keineswegs auf Kosten eines gewissen Niveaus. Im Vergleich etwa mit seinem deutschen Kollegen Roland Emmerich und dessen "Independence Day" wirken De Bonts Schauspielerführung wie Charakterzeichnung sehr viel ausgefeilter und auch klischeefreier. Aber im Gegensatz zu dem schwäbischen Trickfetischisten hat der Holländer bereits in den 70er und 80er Jahren an herausragenden Filmen wie "Türkische Früchte" oder "Der vierte Mann" mitgewirkt, in denen nicht Apparate, sondern Menschen dominierten.

    Gleichwohl spielt De Bont meisterhaft auf der Klaviatur der Technik, ohne die bei großen Actionfilm-Produktionen nun einmal nichts mehr läuft. Wenn in den an optischen Sensationen kaum zu übertreffenden Schlußszenen das riesige Kreuzfahrtschiff funkensprühend an einem noch viel riesigeren Ölfrachter entlangschrammt und dann mit voller Geschwindigkeit und zerstörerischen Folgen auf einen Karibik-Ort zupflügt, muß der Regisseur ein Eliteteam vom Kameramann bis zum Stunt-Koordinator zur Bestleistung motivieren - und außerdem wohl auch ein wenig beten.

    Denn dann stehen zweistellige Milionenbeträge auf dem Spiel. Daß alles so beeindruckend geklappt hat, macht "Speed 2" zum spektakulären Erlebnis. Und daß an Bullocks Seite mit dem gutaussehenden, äußerst sportlichen Jason Patric als heldenhafter Freund und dem wieder glänzend agierenden Willem Dafoe als dämonischer Edelschurke zwei sehenswerte Darsteller zu sehen sind, läßt De Bonts Film sogar zu einem der Kinoereignisse des laufenden Jahres werden. Das Publikum wird keinen Pfennig seines Eintrittsgeldes bereuen. Nur die Organisatoren von Karibik-Kreuzfahrten werden den Film nicht ohne Sorgenfalten verlassen.

    Von AP-Korrespondent Wolfgang Hübner

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