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  • Kritik: "Speed 2":

    Hamburg (dpa) - Fortsetzungen erfolgreicher Filmhits sind oft ein probates Mittel, um die Kinokassen zu füllen - eine Gewähr für inhaltliche Qualität sind sie nicht. Das ist im Fall von "Speed 2" nicht anders. 1994 erregte "Speed" mit Sandra Bullock und Keanu Reeves Aufsehen als brillanter Montagefilm in puncto Rasanz und Spannung; sein Nachfolger erreicht die präzise technische Umsetzung der Hochgeschwindigkeitshandlung nicht annähernd. Regisseur Jan de Bont läßt bei diesem Actionreißer mitunter das rechte Timing vermissen: Eine permanent rasende Kamera macht noch keinen schnellen Film.

    In "Speed 2" ist Sandra Bullock ("Während Du schliefst", "Das Netz"), attraktiv und nett wie immer, als Annie Porter zu sehen. Von ihrem Film-Partner Keanu Reeves aus "Speed" getrennt, ist sie nun mit Alex Shaw (Jason Patric, "Sleepers") zusammen - einem in ihrem Augen friedlich am Strand Taschendieben nachstellenden Polizisten. Von seiner wahren Identität als knallhartem Cop in einer Spezialtruppe ahnt Annie zunächst nichts. Natürlich profitieren beide am Ende des Films von Alex' Fähigkeiten - daß er sie belogen und getäuscht hat, ist schnell vergessen. Als Trost für die Lüge zieht der smarte Mann zwei Kreuzfahrttickets aus der Tasche - und die Show beginnt.

    Das Kreuzfahrtschiff "Seabourn Legend" ist Schauplatz des Spektakels. Willem Dafoe ("Platoon", "Der englische Patient") gibt mit hoher dämonischer Präsenz den Bösewicht John Geiger, dessen Lebensaufgabe in der Entwicklung von Computerprogrammen für Schiffe bestand. Nachdem seine Firma ihn als todkranken Mann über Bord geworfen hatte, rächt sich Geiger. Per Computer, einigen Sendern und anderem High-Tech-Equipment kontrolliert Geiger schnell das ganze Schiff, tötet ganz nebenbei den Kapitän und läßt das Schiff beinahe komplett auf hoher See evakuieren. Annie und Alex fühlen sich zwar zunächst durch die Störung ihrer Romanze belästigt, kommen aber natürlich dem Schurken Geiger schnell auf die Schliche.

    "Speed", bei dem ein Bus wegen einer Bombe an Bord konstant hohe Geschwindigkeit halten mußte, lebte von Präzision, augenzwinkernder Action und einer atemberaubenden Kamera. Vor allem aber kam er nahezu ohne Gewaltdarstellungen aus. "Speed 2" ist bemüht, durch eine zu zwei Dritteln mit der wackligen Handkamera abgefilmte Handlung Geschwindigkeit zu erzeugen. In "Speed" gab es irrwitzige und regelrecht erschöpfende Szenen in einem Fahrstuhl und auf einer U- Bahn - das Kreuzfahrtschiff in "Speed 2" ist von Haus aus für die Umsetzung von Schnelligkeit und Dynamik eher schlecht geeignet.

    "Speed 2" gehört zur Gattung pyromanischer Spektakel wie "Twister" oder "Vulcano", die keinesfalls ohne explodierende Supertanker, möglichst viel kaputtem Material und Dutzende Tote auskommen. Beides bietet der Film im Überfluß und bleibt schließlich mit Siegerlächeln, Schüssen und Schlußkuß an der Meeresoberfläche hängen.

    Von Martin Bialecki, dpa

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