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  • Kritik: Spaß mit Jim Carrey als Gottes Urlaubsvertretung

    München. Die schräge Filmkomödie "Bruce Allmächtig" brach in Amerika am ersten Wochenende mit Kartenverkäufen für 86,4 Millionen Dollar fast den Einspielrekord von "Jurassic Park" von 1997. Jim Carrey, der diesmal einen TV-Reporter als Urlaubsvertretung Gottes geben darf, konnte das beste Premierenergebnis seiner Karriere feiern. Allerdings hielt sich der Streifen nur eine Woche lang auf dem Spitzenplatz der US-Filmcharts. Ob der Humor auch in Deutschland die Kassen klingeln lässt, muss sich erst noch zeigen.

    Fernsehreporter Bruce Nolan (Jim Carrey) ist frustriert. Keiner seiner Kollegen beim Lokalnachrichtensender Channel 7 Eyewitness News in Buffalo im Staat New York kann Boulevardthemen so publikumswirksam inszenieren wie er, und dennoch kommt seine Karriere nicht recht in Schwung. Als ihm am schwärzesten Tag seines Lebens auch noch sein spießiger Konkurrent Baxter (Steve Carell) den heiß ersehnten Posten als Nachrichtenmoderator vor der Nase wegschnappt, er den Job verliert, von einer Jugendgang verprügelt wird und sein Auto gegen einen Laternenmast prallt, ist er fertig mit der Welt. Für die Misere macht er mit wüsten Beschimpfungen Gott verantwortlich.

    Als erstes wird mal die rote Suppe auf dem Teller geteilt

    Was Bruce nicht ahnt: Gott hört zu, und der Allmächtige (Morgan Freeman) fordert den gescheiterten Nachrichtenmann auf, es besser zu machen. Bruce soll für eine Woche die göttlichen Geschäfte übernehmen, während Gott sich eine Auszeit gönnt...

    In der Rolle des plötzlich allmächtigen Bruce kann Hollywoodstar Carrey in allerlei komischen Szenen sein Slapsticktalent ausspielen. Beim ersten Allmacht-Testlauf in einer Imbissbar teilt er Grimassen schneidend die Tomatensuppe auf seinem Teller wie einst Moses das Rote Meer. Absurden Sprachverhedderungs-Klamauk inszeniert der Publikumsliebling mit Filmkollegen Steve Carell, als Bruce seine überirdischen Kräfte dazu einsetzt, den Erzrivalen Baxter bei dessen Moderation mit todernster Mine eine kieksende Kauderwelsch-Sprache hervorstoßen zu lassen.

    Religiöse Handlung schränkt Carreys Talent ein

    Doch Regisseur Tom Shadyac ist bemüht, das schon in den 30er und 40er Jahren in Hollywood beliebte Thema der Vermenschlichung Gottes politisch korrekt umzusetzen. Deshalb muss Bruce im Laufe des Films einige göttliche Lektionen lernen und sich vom egomanen Ekelpaket zum Menschenfreund wandeln. Nicht nur wird er seine Karriereversessenheit aufgeben und endlich seiner liebreizend-farblosen Dauerfreundin Grace (Jennifer Aniston) die Ehe versprechen. Er wird auch das Dilemma Gottes nachvollziehen, dem sich trotz seiner Allmacht doch der freie Wille des Menschen entzieht. Und er wird erkennen, dass die Welt von allem Übel erlöst werden kann, wenn nur jeder bei sich anfängt, Gutes zu tun.

    Der wandlungsfähige Golden-Globe-Gewinner Carrey soll das Publikum unterhalten, aber gleichzeitig die religiöse Botschaft des Films vermitteln. Dieses Korsett schränkt sein darstellerisches Talent jedoch eher ein als es zu beflügeln. Einer ist jedoch wie für seine Rolle geschaffen: Morgan Freeman ist ein absolut entspannter Gott. Schon während der Dreharbeiten war er in seiner göttlichen Würde so authentisch, dass Regisseur Shadyac am Ende eines Drehtages ankündigte, "eine halbe Stunde nach der letzten Klappe des Tages steht Morgan für die Beichte zur Verfügung".

    Christine Kokot, dpa

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