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    Kritik: Spaß für Kinder und Erwachsene

    Bei seiner Pflegemutter, der Wildhüterin Beth, fühlt sich Boog so richtig wohl: Der 900 Pfund schwere, handzahme Grizzly sieht abends in der Garage fern und geht anschließend nicht ohne Leckerli und Schlaftier in seinen gemütlichen Korb.

    Bei Auftritten auf der Waldbühne des Ortes ist Boog Publikumsliebling. Doch dann bringt ein schmächtiger Hirsch sein Leben aus den Fugen - kurz vor Beginn der Jagdsaison müssen deshalb beide Tiere lernen, sich in der Wildnis zu behaupten.

    Unter der Regie von Rogers Allers («Der König der Löwen») und Jill Culton (Drehbuch zu «Die Monster AG») geht es in der computeranimierten Komödie «Jagdfieber» um Überlebensinstinkte von Wildtieren, um spätes Erwachsenwerden und um den Wert der Freundschaft.

    Die erste Produktion des neu gegründeten Sony Pictures Animation-Studios ist eigentlich ein typisches Mainstream-Exemplar des Genres, von dem der Markt seit Jahren mit einander oft ähnelnden Angeboten überflutet wird. Dank besonders liebevoller Ausarbeitung und hintergründigem, fast anarchischem Humor jedoch ist «Jagdfieber», das auf Ideen des Cartoonisten Steve Moore gründet, zum gelungenen Spaß für Kinder und Erwachsene geworden. In der deutschen Version tragen auch die Stimmen unter anderem von Florian Heinze (als Naivling Boog), Jürgen Vogel (als listiger Loser-Hirsch Elliot) und Alexandra Neldel (Klammer-Mama Beth) zum Vergnügen bei.

    Technischer Aufwand lässt das Fell des Bären lebensnah plüschig aussehen und eine rasante Wildwasser-Fahrt schön spritzig. Den Clou des Films ergeben jedoch - neben den beiden so konträren Helden mit ihrer differenzierten Mimik - die vielen pfiffigen Waldbewohner mit ihren Eigenarten. Neben anderen sind das ein Trupp wehrhafter Eichhörnchen («Keine Jokes mit den Puschel-Grenadieren!») unter ihrem Chef McSquizzy (Wolfgang Spier), zwei französische Flugenten als einzige Überlebende eines Jagdmassakers in der Luft, berlinernde Stinktiere und der selbstbewusste Dackel Herr Wiener, der einem Camper-Ehepaar entwischt. Der Lachpegel im Kino steigt daher nicht nur, wenn zwei Arbeitsbiber beim Dammbau Frühstückspause machen und sich gegenseitig auf den mitgebrachten Proviant schauen: «Was hast'n dabei?» «Holz. Und du?» «Holz. Willst du tauschen?»

    Ulrike Cordes, dpa

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