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  • Kritik: Spannungsmomente im Milieu der Spielcasinos

    "Die Welt drehte sich um ihn herum und ließ ihn seltsam unberührt. Der Croupier war am Ziel. Er hörte das Rollen der Kugel nicht mehr." So endet nach 90 Minuten der Film "Croupier" in der Regie des britischen Altmeisters Mike Hodges.

    Der handwerklich gut gemachte Streifen entführt den Zuschauer ins Spielermilieu professioneller Casinos, bleibt aber fast gänzlich ohne echte Spannungsmomente. Zwar dreht sich mehrmals das Roulette, doch der Film um den zunächst erfolglosen Schriftsteller Jack Manfred, gespielt von Clive Owen, kommt nicht auf Touren und bleibt in weiten Strecken langweilig.

    Dabei hätte der Stoff auch genug für einen Thriller hergegeben. Aus Geldmangel nimmt Jack einen Job als Croupier in einem Londoner Spielcasino an, und ganz schnell erliegt er dem Glanz von Roulette und Kartenspiel. Zugleich beginnt er jedoch, seine Erlebnisse für ein späteres Buch aufzuschreiben. Die Beziehung zu Jacks Freundin Marion (Gina McKee) gerät durch die Veränderung im Leben des Autors ins Wackeln, und schließlich liegt die junge Frau im Leichenschauhaus. Wer sie umgebracht hat, wird wie so vieles in dem Film nach einem Drehbuch von Paul Mayersberg nicht deutlich.

    Mag sein, daß Regisseur Hodges für seine kühle, ironische Distanz in früheren Filmen zu Recht gelobt wurde. Eineinhalb Stunden das unbeteiligte und gelangweilte Gesicht von Jack sehen zu müssen, ist allerdings zuviel verlangt. Auch die übrigen Schauspieler - fast alle Mitarbeiter im Casino oder aber vom Glück und Pech verfolgte Spieler - agieren zumeist wie in Watte gepackt. Wenn die Profi-Spielerin Jani de Viliers (Alex Kingston) Jack dazu überredet, für viel Geld von einem Raubüberfall auf das Spielcasino abzulenken, dann ließe sich daraus schon eine Szene machen. Doch auch hier kommt keine Spannung, kein Tempo auf.

    Der Überfall mißlingt schließlich, Jack erwacht zerschunden in einem Krankenhaus, und seine Freundin wird tot aufgefunden. Nichts wird erklärt, alles bleibt vage Andeutung. Zum Schluß hat der Schriftsteller mit seinem Roman "Ich der Croupier" über das Spielermilieu zwar einen Bestseller, aber den Absprung schafft er nicht mehr. Was als Spiel begonnen hat, ist nun Obsession, von der sich Jack nicht mehr trennen kann.

    Andreas Rehnolt , AP

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