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  • Kritik: Spannendes Rätselkino mit Ungereimtheiten

    Plötzlich sind alle hinter dem Wissenschaftler Joe Ross (Campbell Scott) her: sein Chef, eine Sekretärin, ein unduchsichtiger Geschäftsmann und das FBI. Niemand scheint der zu sein, für den ihn Joe hält - und "Die unsichtbare Falle" schnappt zu. Der Krimi um Schein, Betrug und Loyalität hat seine logischen Schwächen, läßt den Zuschauer aber miträtseln und bleibt so spannend bis zum Schluß.

    "Wenn wir träumen, träumen wir von Geld" läßt Regisseur und Drehbuchautor David Mamet ("Wenn der Postmann zweimal klingelt") Joes Freund sagen. Und: "Warum hast Du das getan?" fragt Joe fassungslos eine Verräterin. "Wegen des Geldes" ist ihre lapidare Antwort. Aber auch für Joe selbst ist Geld wichtig. Nur aus Angst, zu wenig an seiner Erfindung zu verdienen, mißtraut der Wissenschaftler seinem Chef und begibt sich in die Hände vermeintlicher Freunde. Schließlich ist er in einem Spinnennetz aus Intrigen gefangen und wird wegen Betruges und Mordes gejagt.

    Undurchsichtig und bedrohlich spielt dabei ein Mann, den man hierzulande vor allem aus Komödien kennt: Steve Martin. Der weißhaarige Komiker ("Roxanne") treibt als Geschäftsmann mit Joe ein regelrechtes "Gefühls-Jo-Jo". Er läßt ihn an sich heran, stößt ihn ab und läßt ihn schließlich in die Arme anderer schnellen. Der Zuschauer glaubt sich oft einen Erkenntnisschritt vor Joe der Gefahr bewußt zu sein - und ist umso verblüffter, wenn sich Fährten als Einbahnstraßen erweisen.

    Der Film kommt ohne große Action-Szenen aus und erinnert von seiner Erzählsprache und dem Aufbau der Geschichte an Hitchcock- Filme. Nur: dem englischen Großmeister waren bei seinen leisen Thrillern vage Hinweise wichtig. In der "Unsichtbaren Falle" wird der Zuschauer dagegen immer wieder auf später wichtige Gegenstände gestoßen. Schwer bedeutend wiegt Joe etwa sein Taschenmesser in Nahaufnahme und findet es später als Tatwaffe wieder. Und auch der tappigste Wissenschaftler dürfte wohl kaum am Tatort seine Brille zurücklassen und seine blutigen Fingerabdrücke in der ganzen Stadt verteilen.

    Einsichtig ist die Story nicht, sondern verworren rästelhaft. Und ein kleiner aber feiner Trick als Höhepunkt des Betrugsspiels dürfte die Zuschauer zum Staunen bringen. Die Person des Trickbetrügers war David Mamet wichtig: "Alle Trickspieler zielen auf die Sucht nach Bestätigung und Anerkennung des Opfers oder nutzen deren Dünkel und Ichbezogenheit aus." Einen "rechtschaffenen Menschen" könne ein Trickbetrüger nie hereinlegen. Der Film versucht aber genau das mit dem Zuschauer.

    Thomas Veitinger, dpa

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