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  • Kritik: "Space Jam": Michael Jordan rettet die Warner-Cartoons

    Frankfurt/M (AP) Der Film ist eine Zelluloid gewordene Kinderphantasie: Böse außerirdische Trickfilmfiguren wollen Bugs Bunny und seine Freunde auf einen fernen Planeten entführen. Der lässige Hase schwätzt den kleinwüchsigen Dummköpfen auf, ein Basketballspiel entscheiden zu lassen. Prompt verwandeln sich die Aliens in riesige Ungeheuer, die zudem noch den Stars der US-amerikanischen Basketball-Liga ihr Talent stehlen. Da kann dem chaotischen Cartoonhelden nur einer helfen: Michael Jordan.

    Warner Bros. drückt "Space Jam" mit "einer der größten Kampagnen der Filmgeschichte" in die Kinos, wie der Generalmanager der Filmgesellschaft, Wilfried Geike, erklärt. Viel Lärm um wenig - "Space Jam" ist trotz technisch perfekter Verbindung von Realfilm und Zeichentrick ein schnell wieder vergessener Fast-Food-Streifen. Denn er bietet Bugs Bunny und seinen gezeichneten Freunden zu wenig Raum zur Entfaltung ihres anarchisch-genialen Humors.

    Im Gegensatz zu "Roger Rabbit", der Ende der 80er Jahre bereits erfolgreich Schauspieler und Trickfilmfiguren auf der Leinwand gemeinsam agieren ließ, räumt Werberegisseur Joe Pytka den überdrehten "Looney Tunes" eigentlich nur eine Nebenrolle ein und inszeniert "Space Jam" als eine bisweilen schwer erträgliche Michael-Jordan-Huldigung.

    Dabei lobte doch auch Erfolgsproduzent Ivan Reitmann ("Staatsanwälte küßt man nicht") die "Tradition aufmüpfiger Respektlosigkeit" der Warner-Helden, die in den 30er und 40er Jahren das Licht der Leinwand erblickten. Deren "freche, anarchische Komik (war) meilenweit von der puritanischen Lustigkeit Disneys entfernt", schreibt das Frankfurter Filmmuseum, das "Bugs Bunny und Co." noch bis zum 16. Februar eine Ausstellung widmet. Ein Team um Tex Avery und Chuck Jones schuf den besonderen "Warner-Stil", der auf Charaktere und Gags setzte und ein erwachsenes Publikum ansprach.

    Der karottenmampfende Hase, mit seiner "naiven Bereitschaft, Konventionen schamlos zu mißachten"; die Unglücks-Ente Daffy Duck, der "allzumenschliche Verlierer, jener "Underduck', der sein großer Entenkonkurrent (...) Donald Duck inmitten des wohlfeil-sterilen Disney-Paradieses nur in Ansätzen werden durfte" oder der glücklose Kater Sylvester mit seinem mitleidlos-grausamen Vögelchen Tweety - sie werden in "Space Jam" nur allzu selten von der Kette gelassen. Die Produzenten fügten völlig unnötigerweise der Vielzahl der Figuren gar eine weitere hinzu: Lola Bunny, die Bugs den Kopf verdreht.

    Vielleicht aber macht der Film den basketball-verrückten Kids ja Appetit auf die Warner-Figuren und ihre "Merrie Melodies"-Filme, die derzeit samstags und sonntags auf Pro7 zu sehen sind.

    Von AP-Korrespondent Uwe Gepp

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