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  • Kritik: Sorgfältig inszenierter Klamauk läßt viel lachen

    Der weißhaarige Ryan Harrison reißt mit seinem virtuosen, wenngleich eigenwilligen Geigenspiel alle Welt hin, besonders schöne Frauen. Aber wie das mit letzteren manchmal so ist: Sie schaffen nicht nur frivole Freuden, sie bereiten auch große Probleme. Für Harrison trifft das in extremer Weise zu.

    Denn die lüsterne Lauren Goodhue verwickelt den vielbeschäftigten Starmusikus in eine unschöne Mordaffäre. Opfer ist der Ehemann der vollbusigen Verführerin, Täter ein einarmiger, einbeiniger und einäugiger Killer, der selbstverständlich zutiefst unschuldige Hauptverdächtige aber ist Harrison.

    Gnadenlos verurteilt ihn das Gericht zum Tod im sterbesicheren Dreierpack: durch den elektrischen Stuhl, den Strang und die Spritze. Auf dem Weg zu dieser denkwürdigen Hinrichtung macht eine harmlose Bananenschale Harrisons Flucht möglich. Der will nun endlich seine Unschuld beweisen, muß aber höllisch auf der Hut sein vor dem unerbittlichsten aller Verfolger, dem Polizisten Fergus Falls. Nur gut, daß es eine Frau gibt, die den "Lord of the Violin" wirklich liebt - oder etwa doch nicht? Aber für den gilt erst einmal das Richard-Kimble-Schicksal: Auf der Flucht...

    Daß der mit dem Titel "SEHR verdächtig" versehene Streifen dieses Inhalts, ab 23. Juli in den Kinos, kein weiterer Actionfilm im gewohnten Hollywood-Stil ist, dafür garantiert von der ersten Szene an der 72jährige Slapstick-König Leslie Nielsen in der Rolle des silberhaarigen Geigers. Und daß die Gags, wenngleich von unterschiedlicher Qualität, dem Publikum im 30-Sekunden-Takt verabreicht werden, dafür garantiert Regisseur und Autor Pat Proft. Mit dem Veteranen Nielsen als komischen Protagonisten hat Proft schon in der "Nackte Kanone"-Trilogie und "Hot Shots" Millionen zu Lachstürmen in den Kinos hingerissen.

    Nielsen und Proft sind bestens aufeinander eingespielt. Im Trommelfeuer witziger Einfälle bleibt keine Zeit, sich über flaue Witze zu grämen, weil es meist gleich danach wirklich was zu lachen gibt. Und natürlich amüsieren die vielen ironisch-albernen Anspielungen nicht nur auf den Harrison-Ford-Kassenschlager "Auf der Flucht", sondern auch auf "Baywatch", "Terminator" und manch anderen Kinohit, soweit sie der Zuschauer versteht. Bei der Schlußszene mit "Titanic"-Einlage düfte das allerdings überhaupt kein Problem sein.

    Mit 86 Minuten ist "SEHR verdächtig" auch nicht unnötig aufgeblasen worden. In der Kürze liegt gerade bei Klamauk-Komödien noch immer die Würze. Produziert hat das Werk der Deutsche Bernd Eichinger, der weiß, daß diese Art Filme besonders schwierig zu machen sind: "Die Angst, das Publikum zu langweilen, ist ja immer da, und manchmal sattelt man dann schnell aus einer gewißen Unsicherheit heraus einfach zuviel drauf. Denn es ist wichtig, daß nicht nur geschmunzelt, sondern richtig gelacht wird." Das ist in "SEHR verdächtig" oft genug der Fall. So steht dem erhofften Kassenerfolg außer einer unverhofften Hitzewelle in Deutschland eigentlich nichts im Wege.

    Wolfgang Hübner, AP

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