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  • Kritik: Sommerliches Rührstück

    Vorhersehbar und kitschig, aber keineswegs langweilig

    Die Geschichte von "Sweet November", so der Titel der Romanze, kennt der fleißige Kinogänger schon aus Filmen wie "Family Man" (2000), in dem Nicholas Cage durch Tea Leoni auf den richtigen Pfad gebracht wurde: Ein bissiger Geschäftstiger wird zum liebenden, treusorgenden Kinderfreund und Gentleman - und alles nur wegen einer bildhübschen Frau. Diesmal darf eben nun Keanu Reeves von der südafrikanischen Schönheit Charlize Theron (die für diese Rolle einen vielversprechenden Part in "Pearl Habor" der Newcomerin Kate Beckinshale überließ) bekehrt werden und muss einige lieb gewonnene Gewohnheiten über Bord werfen. Nach "Im Auftrag des Teufels" (1997) ist es die zweite Zusammenarbeit der beiden Schauspieler.

    Nelson Moss hat alles, was einen ordentlichen Workaholic ausmacht: Ausdauer, Ehrgeiz und genügend Biss, um kleine Kinder schon durch seine Anwesenheit zu erschrecken. Außerdem besitzt er die seltene Gabe, anderen Menschen den Tag zu verderben. So auch Sara Deever, die von der blonden Theron gespielt wird. Die blonde Aktrice zeigt nach einer blassen Vorstellung im Golf-Bilderreigen "Die Legende vom Bagger Vance" endlich wieder, warum sie zu den atemberaubendsten Schauspielerinnen Hollywoods gehört. Sie verkörpert Deever mit dem nötigen Feingefühl für die komplizierte Vielschichtigkeit der Figur.

    Moss trifft Deever bei einer zur Auffrischung angeordneten Führerscheinprüfung, für die der Yuppie natürlich gar keinen Sinn hat und versucht, bei seiner mit Einkaufstüten beladenen Nachbarin abzuschreiben. Dabei fliegt zwangsläufig Deever auf und fällt sang- und klanglos durch den Test. So wenig nachvollziehbar es auch klingen mag: Aus dieser Situation entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte; denn die blonde Schönheit hat es sich zum Ziel gesetzt, "hoffnungslos verlorene" Männer, quasi unausstehliche Fieslinge, in einer Art vierwöchigen Therapie zu besseren Menschen zu machen. Natürlich bleibt es nicht bei den vier Wochen und natürlich wird Bösewicht Moss alias "Mr. November" gerettet.

    Diese Liebessanierung zeigt so durchschlagenden Erfolg, dass er seine Geschäfte über den Haufen wirft und sein Leben der großen Liebe verschreibt. Wäre da nicht noch der obligatorische Schicksalsschlag, das gewohnte Haar in der Suppe, welches das harmonische Bild am Ende des Films ins Wanken bringt.

    "Sweet November" ist vorhersehbar, kitschig, aber keineswegs langweilig. Ob nun das feinsinnig inszenierte Bild einer aufkeimenden Romanze, die dralle Zeichnung eines Geschäftsmannes, bei dem Liebe gleich Sex und Sex gleich Sport ist, oder schlussendlich die Ausweglosigkeit des bitteren Schicksals am Ende: Der irische Regisseur Pat O'Connor hat eine wunderbare Herbst- Romanze gedreht, die federleicht daherkommt - wie für den Sommer gemacht.

    Leif Kramp, dpa

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