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  • Kritik: "Snakes and Ladders"

    Hamburg (dpa) - Was sich im Themenschwerpunkt Irland auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse schon andeutete, scheint der Spielfilm der gebürtigen Dublinerin Trish McAdam zu bestätigen: Aus einem unerfindlichen Grund sind Iren die besten Erzähler von Alltagsgeschichten mit Tiefgang.

    Mit einem untrüglichen Gespür für Glaubwürdigkeit erzählt McAdam von zwei Frauen, die sich in Dublin als Straßenkomödiantinnen durchschlagen und an einem Wendepunkt in ihrem Leben angekommen sind. Der Film "Snakes and Ladders" kommt am Donnerstag in die deutschen Kinos.

    Der Filmtitel stammt von einem alten englischen Brettspiel: Landet eine Spielfigur auf einem Feld mit einer Leiter, darf sie schneller vorwärts gehen; gerät sie auf ein Schlangenfeld, muß sie zum Ausgangspunkt zurück. Auch das Leben der beiden Freundinnen Jean (Pom Boyd) und Kate (Gina Moxley) scheint um diese beiden Felder zu kreisen. Sie sind bald dreißig und wissen, daß sie ihr wildes Bohemeleben nicht ewig führen können. Als Martin (Sean Hughes) Jean eines Tages einen Heiratsantrag macht, gerät das Dasein der beiden Grazien vorerst völlig aus den Fugen. Aus Angst, sich durch eine Ehe festzulegen, bandelt Jean mit dem ölig charmanten TV-Produzenten Dan (Paudge Behan) an und versucht beim Fernsehen Karriere als Popmusik- Moderatorin zu machen. Kate hingegen tröstet Martin.

    "In Irland erwartet man von Frauen jenseits der zwanzig, daß sie die Hände in den Schoß legen und langsam dahinwelken, aber das macht in meinem Film nicht einmal Jeans Mutter", kommentiert Regisseurin und Drehbuchautorin McAdam ihr selbstbewußtes rauh-romantische Werk über weibliche Selbstfindungsstrategien. Zwischen Mutters Ratschlägen, Liebesschwüren und Kneipengesprächen versuchen Jean und Kate herauszufinden, ob sie in ihrem Leben einen entscheidenen Schritt vorwärts machen oder zum Ausgangspunkt zurück müssen.

    Aber erst als Martin mit seiner Band von einer Europatour zurückkehrt, klärt sich die Situation - nun macht Jean ihm ihrerseits einen Heiratsantrag. Sie weiß allerdings nicht, daß ihre Busenfreundin Kate ein Kind von Martin erwartet: In diesem Sinne ist das friedliche Schlußbild trügerisch, Braut und Bräutigam vor der Kirche bedeuten kein kitschiges Happy-End oder ein Einlenken in konservative Lebensentwürfe, sondern eher eine Art vorläufiger Waffenstillstand im täglichen Kampf um Lebenssinn und Freundschaft.

    von Katharina Reismann, dpa

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