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  • Kritik: Siebte Grisham-Verfilmung

    Hochkarätige Schauspieler und ein berühmter Regisseur sind noch lange keine Garanten für einen guten Film. Denn der Thriller "The Gingerbread Man" krankt vor allem an dem schwachen Drehbuch nach einem bislang unveröffentlichten Manuskript des amerikanischen Bestsellerautors John Grisham. Auch die redlichsten Bemühungen der Mitwirkenden können diesen Mißstand des am 21. Mai in Deutschland anlaufenden Streifens nicht vergessen machen.

    Der erfolgverwöhnte, geschniegelte Anwalt Rick Magruder, verkörpert von Kenneth Branagh, steht nach einer Liebesnacht ganz im Bann seiner Zufallsbekanntschaft Mallory Doss (Embeth Davidtz). Als deren gewalttätiger Vater Dixon (Robert Duvall) seiner Tochter massiv droht, bietet Rick Mallory seine Hilfe an. Gegen alle Warnungen seiner Assistentin Lois Harlan (Daryl Hannah) und des Privatdetektivs Clyde Pell (Robert Downey jr.) stellt er seine Anwaltskanzlei ganz in den Dienst der geheimnisvollen Fremden, um Dixon unschädlich zu machen. Vor der Kulisse eines aufziehenden Hurrikans wird Magruder von unheilvollen Ereignissen fast überrollt.

    "Provokant, witzig und sehr sexy" sollte Altmans Verfilmung nach Aussagen des Produzenten Mark Burg sein. Der Name Robert Altman, dem Filme wie "M.A.S.H" und "Short Cuts" einen festen Platz in der Elite seiner Zunft gesichert haben, versprechen eine ungewöhnliche Realisierung des Justizthrillers. Eingelöst werden solche Verheißungen nicht. Auch eine Riege erstklassiger Schauspieler wie der irische Shakespeare-Spezialist Kenneth Branagh und die aus Filmen wie "Blade Runner" und "Roxanne" bekannte Amerikanerin Daryl Hannah können der bestenfalls zum Fernsehfilm geeigneten Vorlage Grishams nicht zum großen Kinoerfolg verhelfen.

    Nach Regisseuren wie Sidney Pollack mit "Die Firma", Alan Pakula mit "Die Akte" und Francis Ford Coppola mit "Der Regenmacher" hat Altman nun die siebte Grisham-Geschichte auf die Leinwand gebannt. Wie Coppola hat natürlich auch der erfahrene Altman seinen Film solide gedreht und - bis auf die farblose Embeth Davidtz - treffend besetzt. Doch das Ergebnis ist keinesfalls herausragend, sondern durchschnittliches Handwerk, das auf schnellen kommerziellen Erfolg zielt. Dieser scheint in Verbindung mit dem Namen des vielfachen Auflagenmillionärs Grisham garantiert. Aber eben nur, solange dessen Geschichten gut sind. Das war diesmal nicht der Fall.

    Caroline Nees, AP

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