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  • Kritik: "Sieben"

    Hamburg (dpa). Es regnet pausenlos in der Stadt, in der Detective Somerset (Morgan Freeman) mit seinem Assistenten Mills (Brad Pitt) Dienst schiebt. Selten wird es richtig hell, die Sonne, so scheint es, hat vor dem Elend auf den Straßen und in den Slums längst die Flucht ergriffen. Somerset ist froh, daß er in den nächsten Tagen in Pension geht. Da geschehen plötzlich bestialische Ritualmorde. Ein Killer richtet seine Opfer nach dem Prinzip der sieben Todsünden hin - mit seinem ersten Film komibiniert der erst 32jährige Regisseur David Fincher versiert Elemente des "film noir" mit spannungsvollen Thriller-Versatzstücken und inszenierte ein künstlerisch anspruchsvolles Debüt, das letztlich auch Fragen der Moral neu stellt.

    "Am Anfang gibt es eine Balance zwischen den Verückten und dem alltäglichen Leben, aber die Grenze verschwimmt mehr und mehr", sagt "Oscar"-Preisträger Morgan Freeman ("Miss Daisy und ihr Chauffeur") im dpa-Gespräch. Der renommierte Hollywood-Schauspieler ist in der Rolle des resignierten Polizisten Somerset in seiner vielleicht besten Rolle zu sehen. Er spielt den verschlossenen Beamten, der seit Jahren vom Kampf gegen den Moloch Großstadt und die ausufernde Kriminalität desillusioniert und frustiert ist. Nur widerwillig läßt er sich am Ende seiner Laufbahn noch einmal zu einem Kampf für die Gerechtigkeit überreden. Während Somerset, der Routinier und Mills, der Hitzkopf, sich mehr recht als schlecht respektieren lernen, kommen sie dem Täter mit kriminalistischer Puzzlearbeit auf die Schliche.

    "Sieben" erzählt eine apokalyptische Geschichte, die einer Bankrott-Erklärung des Kapitalismus gleichkommt. Ist das ein Lebensgefühl, mit dem Morgan Freeman etwas anfangen kann? "Ich glaube nicht, daß ein Schauspieler die Realität reflektiert", sagt der Hollywood-Star, "ich fühle mich eher wie ein Impressionist. Ich gebe etwas wieder, aber es ist mehr ein Eindruck der Realität, der selbst aber nicht Wirklichkeit ist."

    Das der Film kein Happy-end besitzt, hat Freeman nicht gestört. Im Gegenteil, die obligatorische Fröhlichkeit nach 90 Minuten Film ärgern ihn oft genug. "Heutzutage ist es in Hollywood zum Zwang geworden, alles und jedes muß noch ein glückliches Ende finden, die Zuschauer sollen immer ohne jede Frage und glücklich das Kino verlassen", meint der Schauspieler. Das lehnt er ab und bestätigt im besten Sinne seinen Ruf als Nonkonformist.

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