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  • Kritik: "Showgirls":

    Washington (dpa). "In diesem Streifen gibt es mehr nackte Busen als an der französischen Riviera", staunt die US-Filmzeitschrift "Premiere". Konservative Kommentatoren sehen in Amerikas neuem Skandalfilm "Showgirls", der an diesem Freitag in die US-Kinos kommt, nur einen "Haufen Schmutz und Obszönitäten".

    Das jüngste Werk des "Basic Instinct"-Duos Paul Verhoeven und Joe Eszterhas erzählt die nicht unbedingt neue Geschichte einer jungen Stripperin aus Las Vegas, der alle Mittel recht sind, um Karriere zu machen. Eszterhas, Amerikas teuerster Drehbuchautor, hat sich die Story ausgedacht und dafür knapp drei Millionen Mark kassiert. Der Holländer Paul Verhoeven führt Regie.

    Die Hauptdarstellerin Elizabeth Berkley geht auf ihrem Weg nach oben offensichtlich so heftig zur Sache, daß die Motion Picture Association of America, die der Freiwilligen Selbstkontrolle in Deutschland entspricht, zum ersten Male seit fünf Jahren einen Film als "NC 17" eingestuft hat. Damit darf niemand unter 17 Jahren den Streifen sehen.

    Während die Medien noch vor ein paar Jahren im eher puritanischen Amerika jegliche Werbung für einen "NC 17"-Film ablehnten, sind Zeitschriften und Fernsehen nun voller Anzeigen. Wer es gar nicht mehr abwarten will, kann sich in der Videothek sogar einen achtminütigen Trailer ausleihen. "Showgirls" startet in über 1 200 Lichtspieltheatern, nur einige kleinere Kinoketten im konservativen Süden der USA haben sich geweigert, den Film in ihr Programm aufzunehmen.

    Die Produktionsfirma MGM/United Artists dürfte vor allem an das Budget von umgerechnet knapp 60 Millionen Mark denken. Der letzte "NC 17"-Film, Philip Kaufmans "Henry June", hat nur ganze 16 Millionen Mark eingespielt. Auch Verhoeven sieht 70 Prozent seiner Gage von neun Millionen Mark erst, wenn "Showgirls" aus den roten Zahlen ist. Aus Elizabeth Berkley, die in Deutschland in der Fernsehserie "California Highschool" zu sehen ist, könnte der Film einen Star machen - so wie wie "Basic Instinct" es aus Sharon Stone gemacht hat.

    Da aufgrund der Nichtfreigabe rund ein Viertel der potentiellen Kinogänger den Streifen, der noch keinen deutschen Starttermin hat, nicht sehen können, geben sich alle Beteiligten Mühe, den Mix aus Striptease, Sex, Sado-Maso und Mord in die Schlagzeilen zu bringen. Die Hauptdarstellerin erzählt in jeder Talkshow, daß sie sich in den Drehpausen erst gar nicht wieder angezogen habe, weil alles so locker zugegangen sei. Und Drehbuchautor Eszterhas hat Amerikas Jugend unter 17 Jahren aufgefordert, sich gefälschte Ausweise zu besorgen, "weil der Film eine Botschaft hat, die gerade für junge Menschen wichtig ist."

    Seriöse Kritiker lassen sich von dem gigantischen Werbe-Vorspiel allerdings wenig beeindrucken. "Der Film ist schlecht und völlig unerotisch", meint das Nachrichtenmagazin "Newsweek", "die Macher haben einfach alles, was irgendwie anstößig erscheint, gesammelt, und es zu einem brutalen Streifen verbraten."

    Von Jochen Schuster, dpa

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