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  • Kritik: Sex und Leidenschaft zwischen George und Harfouch

    Der Berliner Hauptkommissar Bernhard ("Bernie") Kominka sollte sich mehr um seine Familie kümmern. Seine Ehefrau fühlt sich vernachlässigt, und sein pubertierender Sohn haßt ihn. Ein harmonisches Familienleben erforderte mehr Zeit, die der rastlose Kominka nicht hat. Denn kaum ist er von einem Einsatz nach Hause gekommen, läutet es schon wieder: Ein Mord muß aufgeklärt werden.

    Diesmal ist das Opfer besonders übel zugerichtet. In einem tristen Wohnsilo liegt ein Mieter mit eingeschlagenem Schädel auf dem Bett. Eine Klarinette war vermutlich die Tatwaffe. Dem Mann wurde außerdem ein Teil seines Geschlechtsorgans abgebissen.

    Kominka nimmt die Suche nach dem Täter auf. Anna Weller, eine geheimnisvolle Frau im roten Ledermantel, gerät unter Verdacht. Sie ahnt nicht, daß der sympathische Mann, der ihr auf einer Singleparty begegnet, ein gegen sie ermittelnder Kripobeamter ist. Leidenschaft führt die beiden zusammen: Beim Sex verstehen sie sich am besten. In Kominkas Privatleben ist ohnehin alles zerbrochen: Frau und Sohn haben ihn verlassen. Nach einem heftigen Streit mit seinem Vorgesetzten, der zugleich sein Schwager ist, wird er vom Dienst suspendiert. Kominka gibt nicht auf. Er will nicht wahrhaben, daß Anna den Mord begangen haben könnte, und sammelt Beweise gegen die Exgattin des Toten.

    Götz George glänzt als Kominka wieder einmal in seiner Paraderolle als rauher Zivilbulle mit sensibler Seele. Ihm gelingt es, aus seiner Rolle eine komplexe Figur zu entwickeln, einen Schimanski mit Tiefgang. Corinna Harfouch beeindruckt als seine Gebliebte Anna Weller, die schöne Barbara Auer spielt die Ehefrau. Bereits zum vierten Mal spielt George nun unter der Regie von Nico Hofmann, der nach einer Reihe von sehenswerten Fernseharbeiten spektakulär auf die Kinoleinwand zurückkehrt.

    Nicht unbedingt den heißen Sexszenen ist es zu verdanken, daß der Film ein beachtliches Kinoereignis geworden ist. "Solo für Klarinette" erzählt in der Form eines spannenden Krimis von der Liebe zwischen zwei unglücklichen Einzelgängern in den düsteren Vierteln Berlins. Wie die meisten bemerkenswerten Krimis heutzutage handelt er von der Heimatlosigkeit der Großstädter und deren innerer Zerrissenheit. Vor allem Anna Weller, die auf ihrem Anrufbeantworter Tagebuch führt, ist ein Fall für die Couch. Was nicht weiter verwundert, denn der Film basiert auf einem Roman der New Yorker Psychoanalytikerin Elsa Lewin.

    Claus Wecker, AP

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