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  • Kritik: Sensibler Rotzlöffel

    Was muss man tun, um von seinem Psychiater während der Therapiesitzung verprügelt zu werden? Man sollte 17 Jahre alt sein, über Arroganz und Altklugheit verfügen und menschliche Werte zutiefst verachten.

    Die alte Geschichte von den Schwierigkeiten eines Jungen erwachsen zu werden, erzählt Autor und Regisseur Burr Steers in seinem Debütfilm "Igby".

    Tragisch-komischer Trip in die neue Freiheit

    Jason "Igby" Slocumb (Kieran Culkin), Spross einer reichen Ostküstenfamilie, bringt nahezu jeden gegen sich auf. Seine tablettenabhängige und selbstverliebte Mutter Mimi (Susan Sarandon) weiß sich nicht anders zu helfen, als das schwarze Schaf der Familie auf eine Militärakademie zu schicken. Igby verweigert jedoch jede Anpassung und setzt sich nach New York ab.

    Mit Hilfe seines undurchsichtigen Onkels D. H. (Jeff Goldblum) bekommt er Zugang zu einer Schar von Bohemiens. So lernt er auf einer Party auch die gelangweilte Sookie Sapperstein (Claire Danes) kennen. Auf einem tragisch-komischen Trip in die neue Freiheit erlebt er mit Sookie die erste große Liebe.

    Film lebt von Dialogen und Zwischentönen

    Gerade gewöhnt sich Igby an das unkonventionelle Leben, da holt ihn die Vergangenheit ein: Seine Mutter liegt im Sterben und sein Bruder bittet ihn zurückzukehren. Trotz des Hasses, den er für seine Familie empfindet, kehrt Igby an den Ort seiner Kindheit zurück.

    Bei dem Film, der vor allem von Dialogen und Zwischentönen lebt, verließ sich der Regisseur auf die Erfahrung seiner Stars. "Für mich war das, als ob ich am Fortgeschrittenenkurs für Filmemacher teilnehmen durfte", sagte er.

    Musik überdeckt die eher schwermütige Story

    Mit Kieran Culkin, der an der Seite seines Bruders Macauley in "Kevin allein zu Haus" erste Filmerfahrung sammelte, besetzte Steers einen überzeugenden Igby. Die Liebesgeschichte zwischen Igby und Sookie inszeniert der Regisseur als anrührenden Gegenpol zur übrigen Handlung, die weitgehend aus gegenseitigen Verletzungen und Missachtung besteht.

    Witzige Dialoge und der erfrischende Soundtrack von Bands wie "Travis" und "Coldplay" verleihen "Igby" den nötigen Schwung, um die manchmal etwas schwermütige Geschichte voranzubringen. Dem Zuschauer wird es am Anfang nicht leicht gemacht; den sensiblen Rotzlöffel zu mögen, doch am Ende wünscht man ihm alles Gute.

    Frank Schraeder, ddp

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