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  • Kritik: Selbst ist die Braut: Amüsant, spritzig und romantisch

    Man könnte Kinofilme ganz grob unterteilen in solche, die unterhalten, und solche, die langweilen. Damit ist noch nichts über ihre formale oder inhaltliche Qualität gesagt. "Selbst ist die Braut" nun gehört auf jeden Fall zu den unterhaltsamen Filmen.

    Qualitativ hochwertig ist der Film zwar nicht, sondern vor allem luftigleichtes Sommerkino. Aber im Rahmen dieser Möglichkeiten kann er sich durchaus sehen lassen.

    «Selbst ist die Braut» von Regisseurin Anne Flechter («Step Up», «27 Dresses») entspricht jener typischen Hollywood-Liebeskomödie, bei der sich ein Mann und eine Frau zunächst überhaupt nicht leiden können, aus bestimmten Gründen aber so tun müssen und sich schließlich doch Hals über Kopf in einander verlieben. Nur, dass diese Komödie sozusagen die feministische Variante dieser altbekannten Geschichte ist. Denn die Rollen sind vertauscht: Die (ältere) Frau ist der Boss, kühl und ehrgeizig. Der (jüngere) Mann geht mit Hundeblicken den unteren Weg. Jedenfalls eine Weile.

    Sandra Bullock spielt die attraktive, aber herrische und launige Verlagslektorin Margaret Tate in einem großen New Yorker Verlag. An ihrer Seite ist keine Sekretärin, sondern ein Sekretär, Andrew Paxton (Ryan Reynolds), den sie ziemlich herumscheucht und demütigend behandelt. Auch alle anderen Angestellten haben Angst vor ihr und verständigen sich über Twitter - kleiner Wink des Films, zu zeigen, dass er total up to date ist - dass die «Hexe auf ihren Besen gestiegen», also im Anmarsch ist. Mit dem Entlassen von Untergebenen tut sich Tate sehr leicht.

    Doch dann läuft ihr US-Visum aus - Margaret ist nämlich Kanadierin, übrigens auch ein schöner Einfall des Drehbuchs (Peter Chiarelli), sich auch mal ganz anderer Immigranten anzunehmen als üblicherweise. Nun muss schnell ein Ehemann her, nur kennt Margaret offenbar niemanden, außer eben ihren Sekretär. Ein paar Drohungen und berufliche Versprechungen, und Andrew willigt ein. Nun müssen sie sich natürlich näher kennenlernen, damit sie die Einwanderungsbehörde überzeugen. Also fahren sie nach Alaska zu Andrews Familie - da merkt Margaret so nach und nach, dass man mit Gefühlen anderer nicht spielt. Und dass sie sogar selbst welche hat.

    Bullock spielt diese Miranda Priestly («Der Teufel trägt Prada») der Verlagsszene sehr charmant und witzig. «Ihr Part ist so angelegt, wie sonst die Männerrollen geschrieben werden - und das sind generell die saftigsten», sagt die Schauspielerin (44). Auf der Deutschlandpremiere des Films in München forderte sie, dass Schauspielerinnen öfter ihr komödiantisches Talent zeigen können sollten. Der mehr als zehn Jahre jüngere Reynolds spielt überzeugend an ihrer Seite. Die beiden geben ein hübsches Paar ab - und zudem mal ein ganz untypisches, zumindest was das US-amerikanische Mainstream-Unterhaltungskino betrifft.

    Susanne Schmetkamp

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