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  • Kritik: SchwiegerelternKomödie um Rassenvorurteile in den USA

    «Guess who» ist ein Film, der ziemliches Pech mit seinem deutschen Starttermin hat. Die Amerikaner sahen die Komödie im Frühjahr noch so wie sie gedacht war, als entspannte Auseinandersetzung mit Rassen-Vorurteilen in den heutigen USA.

    Schwarze Tochter bringt weißen Freund nach Hause - auch noch in Gestalt von Ashton Kutcher -, ihr Vater flippt aus, und am Ende liegt es an der Kraft der Liebe, alles in Ordnung zu bringen. Doch nachdem unter dem Eindruck des Dramas von New Orleans die Vorwürfe die US- Nation erschütterten, das weiße Amerika habe vor allem die ärmsten Schwarzen in der überfluteten Südstaaten-Metropole im Stich gelassen, wirkt der Film wie ein Überbleibsel aus einer verlorenen heilen Welt.

    Dabei basiert «Guess Who - Meine Tochter kriegst Du nicht» auf einer durchaus witzigen Idee. 1967 gab es den Filmklassiker «Rat mal, wer zum Essen kommt», in dem Sidney Poitier als dunkelhäutiger Arzt von seiner weißen Verlobten in die bürgerliche Welt ihrer dominanten Eltern (Spencer Tracy und Katherine Hepburn) eingeführt wird. In der damaligen Zeit mit zum Teil offenem Rassismus und immer wieder aufflammenden Massen-Unruhen wie nach dem Mord an Martin Luther King im Jahr darauf, war der Film von Stanley Kramer kontroverser, provokanter Stoff. Nun wurde die Geschichte umgedreht: Kutcher muss sich in der schwarzen Welt seiner großen Liebe Theresa (Zoë Saldana) behaupten.

    Und ihr Vater Percy (der Komiker Bernie Mac, am besten bekannt wohl als Bosley im zweiten «Drei Engel für Charlie»-Film oder zuletzt auch aus «Ocean's Twelve») ist so wenig entzückt von der Aussicht auf einen weißen Bengel als Schwiegersohn, dass er dem jungen Mann das Leben zu Hölle macht. Das Publikum, dass in einen Ashton-Kutcher-Film geht, dürfte sich damit viel eher als an das fast 40 Jahre alte Original an einen ganz anderen Film erinnert fühlen: Die in diesem Jahr mit durchschlagendem Erfolg fortgesetzte Komödie «Meine Braut, ihr Vater und ich» mit Ben Stiller und Robert De Niro. Tatsächlich ist «Guess Who» eine Variation des Schwiegervater-Schwiegersohn- Konflikts mit Akzent auf dem Verhältnis zwischen Weiß und Schwarz.

    Dabei sollte die Neuauflage, gedreht vom erfolgreichen dunkelhäutigen Regisseur Kevin Rodney Sullivan («Barbershop»), auch den inzwischen lockeren Umgang der Afro-Amerikaner mit dem Rassen- Problem zeigen, auch was ihre eigenen Vorurteile gegenüber den Weißen betrifft. Der Film ist tatsächlich durchgehend lustig geworden, nicht nur wenn Kutcher die sich aufbauende Spannung mit dem Spruch «Du hast nie gesagt, dass deine Eltern schwarz sind» noch in einen Scherz umzuleiten versucht. Witzig auch, wenn er von Theresas Vater zum Erzählen von Witzen über Farbige vor versammelter Familie gedrängt wird. Es ist vor allem die selbstironische Art, mit der Mac einen bornierten Familienvater spielt und am Ende das eigentliche Problem offenbart: Schwiegersöhne können es bei dominanten Brautvätern mit jeder Hautfarbe ziemlich schwer haben.

    dpa

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