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  • Kritik: Schwarzer Thriller mit Überraschungen

    Als moderne Version des "schwarzen" Films kommt der amerikanischen Thriller "Best Laid Plans" am 24. August in die Kinos. Die Geschichte über Verrat und Täuschung hält so viele Drehungen und Wendungen bereit, dass man so wenig wie möglich vorher über den Inhalt verraten sollte.

    Es beginnt mit einem nächtlichen Telefonat zwischen Nick und seinem alten Highschool-Freund Bryce, der erst vor kurzem in die Kleinstadt Tropico zurückgekehrt ist und dort das Haus eines wohlhabenden Sammlers hütet. Bryce ist mit den Nerven am Ende. Er sagt, er habe eine junge Frau aus der Bar abgeschleppt, etwas mit ihr getrunken. Plötzlich habe sie behauptet, er habe sie vergewaltigt, und ihm mit einem Prozess gedroht. Damit wären sein Studium, seine Karriere, sein ganzes Leben ruiniert.

    Nick verspricht, ihm zu helfen. Als er dann allein zu dem an den Billardtisch geketteten blonden Mädchen geht, wird rasch offensichtlich, dass sie sich kennen: "Das war für'n Arsch", seufzt er. "Ach, sag bloß...", gibt sie zurück. In der folgenden Rückblende sieht man, dass die beiden seit Monaten ein Paar sind und ein gemeinsames Ziel haben: raus aus der öden Kleinstadt und dem öden Leben. Nick hat einen wenig einträglichen, eigentlich sogar ziemlich miesen Job bei einer Recyclingfirma.

    Als sein Arbeitskollege Barry und dessen Kumpel Jimmy fragen, ob er den Fluchtwagen fahren würde, wenn sie das Drogenversteck eines Dealers plündern, zögert Nick nicht lange. Worauf er sich damit wirklich einlässt, kann er nicht einmal erahnen. Plötzlich steckt er mittendrin im allergrößten Schlamassel: Er muss in kurzer Zeit 15.000 Dollar beschaffen, wenn er am Leben bleiben will.

    Die Rollen von Opfern und Tätern werden in "Best Laid Plans" heftig durcheinander gewirbelt. Nick sieht aus wie der nette Junge von nebenan. Er kann er die Menschen mit seinem lausbubenhaften Charme einwickeln, aber auch die Durchtriebenheit sichtbar machen, die hinter der Fassade steckt. Mit Alessandro Nivola, gerade in "Mansfield Park" zu sehen, ist die Hauptrolle ideal besetzt.

    Josh Brolin, Sohn von Barbra Streisands Ehemann James Brolin, stellt Bryce als verwöhnten Sohn reicher Leute dar, der gewohnt ist, dass man ihm Schwierigkeiten aus dem Weg räumt. Mitgefühl und Sympathien bringt man ihm auch deswegen kaum entgegen, weil er ständig zotige Bemerkungen macht. Als Opfer sieht sich auch Lissa (Reese Witherspoon), die bei Nicks Plänen aber aus durchaus eigennützigem Motiv mitmacht: Sie träumt von einem Leben als Künstlerin in der Großstadt.

    Der junge britische Regisseur Mike Barker macht das Gefangensein der Jäger nach dem großen Geld in der Enge albtraumhaft düsterer Schauplätze spürbar. Die klaustrophobische Atmosphäre, authentisch, aber zugleich auch als Filmwelt stilisiert, wird hergestellt über eine akzentuierte Farbgebung und die Schauspieler einkreisende Kamerabewegungen.

    Action um der Action Willen gibt es hier nicht, insofern mutet die Erzählweise fast altmodisch an, wäre da nicht auch ein leicht ironischer Unterton zu vernehmen. Statt vordergründig zu moralisieren, zeigt der Film Figuren, die zugleich gut und böse sind. Am Ende, wenn keiner mehr etwas zu verbergen hat, bleibt eine Bilanz menschlicher Beschädigungen übrig.

    Inge Treichel , AP

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