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  • Kritik: Schwarzenegger rettet in New York die ganze Menschheit:

    Dieser Film musste ja kommen: New York steht am 28. Dezember 1999 kurz vor der Millenniumsfeier am Times Square. Da taucht Satan auf, um eine Frau zu schwängern und die Menschheit zu vernichten.

    Gebäude explodieren in Flammen, Menschen benehmen sich teuflisch, und Arnold Schwarzenegger entdeckt okkulte Schmierereien in unterirdischen Gängen. Er findet das Foto einer jungen Frau und fragt sich: Braucht sie Hilfe? Er blättert in der Bibel, kommt einer schlimmen Weissagung auf die Spur und zieht in einen blutigen, flammenreichen Kampf, bis die Glocken zur Jahrtausendwende läuten. "End of Days - Nacht ohne Morgen" kommt am 2. Dezember in die Kinos.

    Kultstar Arnold Schwarzenegger spielt den versoffenen, vom Schicksal schwer geprüften Ex-Polizisten Jericho Cane, der sich mit Bewachungsaufträgen über Wasser hält. Natürlich zeigt der imposante ehemalige Mister Universum auch in dieser Rolle viel Muskeln, tummelt sich im Kugelhagel, lässt sich vom Hubschrauber auf Dächer abseilen. Diesmal trägt der gebürtige Österreicher allerdings mehr als akzentschwere Einzeiler wie "Go to hell!" oder "Fuck you!" vor. Er spricht viel, und er muss sogar innere Konflikte wie den Kampf ums Gottvertrauen darstellen: "Arnold in seiner komplexesten Rolle", verkündet die Werbung.

    "Hier geht es um unseren schlimmsten Albtraum", sagt der erfahrene Action- und Horrorfilmregisseur Peter Hyams über die Geschichte in seinem neuen Film. "Zuallererst muss so ein Film Furcht erregend und beeindruckend aussehen." Dazu gehören eine reiche Pyrotechnik, Metzgerspiele des Teufels und gute Spezialeffekte zur Darstellung übernatürlicher Erscheinungen. Aber wie glaubwürdig und wirklich Furcht erregend lässt sich eine an sich altmodische Geschichte um Religion und Satan für ein Actionpublikum darstellen, das schon so viel Schlimmes konsumiert hat?

    Manchmal jedenfalls wirken der Endzeitschocker und seine Hauptfigur schlichweg komisch. Es ist schwer, über Schwarzeneggers tollpatschige Ehrlichkeit im Angesicht des teuflischen Treibens nicht zu lachen. Oder wenn auf den Helden geschossen wird, ihn ein Freund nach dem Grund fragt und Schwarzenegger sagt, wie es ist: Dass er prüfen musste, ob in seinen Adern Blut fließt.

    Eher komisch wirkt es auch, wenn der Schauspieler seine Kanone ruckartig in der Kirche ablegt, um die Heiligenfiguren, auf die er eben noch schießen wollte, um Hilfe zu bitten. Und wie er den Dämon in sich selbst bekämpfen muss, sich über Christine, gespielt von Robin Tunney, beugt und das Gesicht schmerzhaft verzieht, als er sie küssen will. Oder wie er dann gar vom Schwert einer Engelsstatue durchbohrt werden muss. So viel Mut zum Drama tun dem Film und Schwarzenegger nicht gut. Auch nicht unbedingt, dass Drehbuchautor Andrew Marlowe den Schauspieler verlebter als sonst aussehen lassen wollte. Neben dem Teufel in Gestalt eines smarten, redegewandten Mannes, den Gabriel Byrne verkörpert, sieht der 52-Jährige manchmal ganz schön alt aus.

    Hatte man vor 1.000 Jahren allen Grund zur Freude, wenn man bis zur Altersschwäche am Leben blieb, so sieht man sich jetzt Kampf und Krieg gerne im Kino an: Den Krieg des einsamen Helden, der sein Recht gegen die Verschwörung böser Mächte verteidigt. Wenn sich ein großes Publikum mit diesem Schwarzenegger identifiziert, dann vielleicht aber nicht nur wegen seiner Muskeln, die ihm Macht und Recht verleihen. Dieser Mann darf sich auch so sympathisch einfach im Denken geben, wie das in der wirklichen Welt ohne böse Folgen kaum mehr möglich ist. Warum also das Jahrtausend nicht mit Schwarzenegger abschließen? Es könnte schlimmer kommen.

    Bianka Piringer, AP

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