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  • Kritik: Schwarzenegger in Action-Feuerwerk mit Wortwitz

    Arnold Schwarzenegger war der Actionstar des Hollywoodfilms, doch eine Herzoperation zwang ihn, kürzer zu treten. Sein Comebackversuch im vergangenen Jahr mit dem okkulten Satan- Thriller "End of Days" scheiterte kläglich. In seinem zweiten Anlauf "The Sixth Day" tritt Schwarzenegger nun gleich doppelt auf, besinnt sich auf Altbewährtes und verblüfft durch ungewohnten Wortwitz.

    Der Hubschrauberpilot Adam Gibson lebt in einer "nicht allzu fernen Zukunft", wie es im Vorspann heißt. Doch gerade an seinem Geburtstag zerbricht sein Familienidyll mit Frau und Tochter - denn ein Doppelgänger isst ihm die Torte vor der Nase weg. Kurz darauf setzen Bösewichte alles daran, ihn zu entführen und das zu verschleiern, was offensichtlich ist: Der treusorgende Familienvater wurde ohne sein eigenes Wissen geklont.

    Man muss nicht viel über die bisherigen Filme des Grazer Schauspielers wissen, um vorausahnen zu können, was sich in den folgenden zwei Stunden des Films anschließt: Das Action-Feuerwerk, bei dem sich computeranimierte Szenen und konventionelle Verfolgungsjagden sowie haarsträubende Explosionen abwechseln, inszenierte der 71 Jahre alte Bond-Regisseur Roger Spottiswoode.

    Freilich hat Schwarzenegger ihn persönlich ausgesucht - und er tat gut daran. Denn Spottiswoode ließ "The Sixth Day" nicht zu einem hohlen Spektakel verkommen, wie sie vor allem in den 80er Jahren produziert wurden und den Grundstein für Arnold Schwarzeneggers Erfolg legten. Der Film behandelt immerhin ein zeitkritisches Thema. Dabei wird zwar nicht sehr tief gebohrt, doch am Ende kämpft der schroffe Arnie gegen eine unmenschliche Klonindustrie, die so weltfern nicht ist.

    Verstorbene Haustiere werden geklont, wie man Kleider wechselt. Selbst das illegale Klonen von Menschen dauert nicht länger als ein Fußballspiel. Vorgefertigte menschliche "Hüllen" und der Geist des Opfers, gespeichert auf einer Art CD-Rom, lassen die Reproduktion zum Kinderspiel werden. Da wundert es nicht, dass jeder einzelne Bösewicht im Laufe des Films zwar mehrmals vom rasenden Adam Gibson umgebracht wird, kurze Zeit später aber wieder auf den Beinen steht.

    So werden Killer zu Maschinen, zu Stehaufmännchen mit Maschinenpistolen. Bis es zur direkten Auseinandersetzung zwischen Gibson und dem Ober-Schurken und Konzernchef Drucker (Tony Goldwyn) kommt, überzeugt Arnold Schwarzenegger mit einem gehörigen Schuss Selbstironie. Das darf nicht fehlen, wenn sich der 53-Jährige möglichst neu inszenieren und dabei doch der Alte bleiben möchte. Der Spagat zwischen Bewährtem und Neuem ist Schwarzenegger geglückt. Nach eigener Aussage möchte er noch lange nicht aufhören, Filme zu drehen. Und auch das merkt man seinem neuen Streifen an: persönlichen Ehrgeiz.

    Leif Kramp, dpa

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