40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Schwächling besteht den "Härtetest:
  • Kritik: Schwächling besteht den "Härtetest:

    Wenn sich ein feiges, braves Muttersöhnchen aus reichem Hause in eine forsche Ökoaktivistin verliebt, sind Mißverständnisse programmiert. Doch bevor der Softie Jonas bei der selbstbewußten Umweltfrau Lena eine Chance bekommt, muß er sich zunächst im "Härtetest" bewähren. Der Jungregisseur Janek Rieke präsentiert mit "Härtetest" ein flottes Debütwerk voller Situationskomik. Dabei führte er nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch und mimte die Hauptrolle.

    Jonas ist ängstlich, fürchtet sich trotz einer Psychotherapie vor Schlangen, nimmt keine Drogen, leidet an einer Nußallergie und soll unter Vaters Obhut in der familieneigenen Reederei Karriere machen. Als sich seine Freundin mit den Worten "Du Angsthase" von ihm trennt, weint er sich bei seiner Mutter aus. Redlich bemüht auf der Suche nach einer neuen Freundin sind seine Freunde Thilo und Robert, originell besetzt mit Sebastian Münster und Florian Lukas.

    Völlig unerwartet verliebt sich Jonas in die Fahrradkurierin und Ökoterroristin Lena (Lisa Martinek). Während Jonas wegschaut, wenn Skinheads Telefonzellen zerschlagen, ihm Umweltfragen egal sind, greift Lena ein und hat eine engagierte Meinung. Sex verspricht sie Jonas erst, wenn er bei einem nächtlichen "Anschlag" auf eine Gen- Versuchsanstalt mitmacht. Lenas Herz gewinnt Jonas erst, als er sie mehr durch Glück als mit Geschick und Mut aus einer bedrohlichen Situation mit Skinsheads befreit. Am Ende hat er gelernt, was wirkliche Angst ist - und wie schwer es sein kann, seiner Mutter zu sagen, daß man endlich ausziehen und selbständig werden möchte.

    "Härtetest" ist keine weitere deutsche Komödie, in der stereotype Yuppies mit ihren Beziehungen kämpfen, sondern ein ehrliches und erfrischend-humorvolles Werk. Fotografiert wurde der Film von Florian Ballhaus, Sohn des inzwischen zum Hollywood-Kameramann avancierten Michael Ballhaus. Daß der Film in einigen Szenen in zu plakativen und überinszenierten Witz verfällt, nimmt man dem ansonsten gelungenen Erstlingswerk nicht übel. Hier sorgt eine einfache, gut gebaute Geschichte mit witzigen Dialogen für einen unterhaltsamen Kinobesuch. Ein Film, der bis auf einen Kurzauftritt des Fußballers Rudi Völler auch ohne Leinwandstars der deutschen Filmszene auskommt.

    Im Kino hat "Härtetest" bereits den echten Härtetest der Realität bestanden. Bevor sich ein Verleih für das Werk fand, war zunächst nur eine einzige Kopie im Hamburger Programmkino "Abaton" zu sehen. Erst, als der Streifen in der Hansestadt bei ausverkauften Vorstellungen gefeiert wurde und innerhalb weniger Wochen mehr als 10.000 Zuschauer fand, und auch beim Saarbrücker Max-Ophüls-Filmfestival im Februar als Publikumsliebling galt, war der Weg für den bundesweiten Kinostart geebnet.

    Sandra Jessel, dpa

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Redakteur

    Maximilian Eckhardt

    Mail | 0261/892743

    Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Samstag

    -3°C - 4°C
    Sonntag

    -5°C - 2°C
    Montag

    -3°C - 2°C
    Dienstag

    -2°C - 4°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Umfrage: Feiertagsruhe

    Ist es noch zeitgemäß, an etlichen Feiertagen Musik-, Sport- und Tanzveranstaltungen zu verbieten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!