40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Schrille Tunten-Klamotte als "Narren"-Remake:
  • Kritik: Schrille Tunten-Klamotte als "Narren"-Remake:

    (dpa). "We are family", stimmen die fünf als Frauen verkleidete Männer in dem bunt erleuchteten Amüsiertempel an der Küste Floridas an. Robin Williams kommt ins Bild, als dicklicher Schwuler mittleren Alters in wildgemusterten Hemden und Pluderhosen.

    Im Film heißt er Armand Goldman, hat Milde im Blick, ein Wackeln in den Bewegungen und leitet den Betrieb, im dem sein Dauerliebhaber Albert (Hochtöner: Nathan Lane) - eine komplett überdrehte Drag Queen - der Bühnenstar ist. Das ist die Ausgangslage in Mike Nichols' neuer Filmkomödie "The birdcage - Ein Paradies für schrille Vögel", die am Donnerstag (16. Mai) in die Kinos kommt.

    Als Armands 20jähriger Sohn Val verkündet, er wolle heiraten, und zwar die 18jährige Tochter des konservativen Senators Keeley (glänzend: Gene Hackman), ist das schwule Paar geschockt. Panik aber bricht aus, als die Keeleys für den nächsten Tag ihren Besuch ankündigen. Um seinem Sohn den Weg ins Eheglück nicht zu versperren, versucht Armand, in Rekordzeit aus seinem kitschbefrachteten Domizil einen normalen Haushalt zu machen, der auch vor den Augen der konservativ-christlichen Familie bestehen kann - nur für einen Tag natürlich. Das Chaos ist vorprogrammiert.

    "The birdcage" ist ein Remake des Tunten-Klassikers "Ein Käfig voller Narren". Allerdings ist die neue Version politischer, denn das Anfangslied "We are family" ist hier Programm. "Wir wollten zeigen, daß es diese Leute gibt, daß Familie auch unter ihnen möglich ist", schilderte Robin Williams bei der Filmpräsentation in Hamburg den Hintergrund des Streifens. Die politische Rechte in Amerika, wo der Film mittlerweile rund 150 Millionen Mark eingespielt hat, solle sich ruhig ein bißchen ärgern - sie habe die "family values" schließlich nicht gepachtet. "Ich lebe seit 27 Jahren in San Francisco und kenne alle Arten von Familie, die es gibt", sagte Williams und witzelte: "Für mich ist das fast ein Dokumentarfilm."

    Der Attacke auf die Lachmuskeln folgt am Ende eine umfassende Versöhnungsbotschaft: Der jüdische Val heiratet die Christin Barbara (Calista Flockhart). Zur einen Seite der Kirche sitzt die bunte Schwulen- und Tuntengemeinde mit Albert als heulender Familienmama, zur anderen Seite die zugeknöpften Konservativen mit der ebenfalls schluchzenden Senatorengattin (klasse: Dianne Wiest) - wir sind eben alle eine große Familie.

    Von Fatina Keilani, dpa

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Redakteur

    Maximilian Eckhardt

    Mail | 0261/892743

    Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Mittwoch

    -2°C - 2°C
    Donnerstag

    3°C - 6°C
    Freitag

    4°C - 8°C
    Samstag

    6°C - 9°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!