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  • Kritik: Schrille Träume und surrealistische Bilder

    «The Science of sleep» gleicht einer Schwindel erregenden Achterbahn durch schrille Träume und ist nur für Zuschauer mit Spaß an wahnwitzigen Volten geeignet. Michel Gondrys ausufernde Fantasie führt in eine Welt, in der Kinofreunde zwischen surrealistischen Traumbildern und Wirklichkeit hin und her geschleudert werden - auf die Gefahr hin, manchmal die Orientierung zu verlieren. Das bunte Kinospektakel läuft am 28. September in den deutschen Kinos an.

    Gondry hat in Deutschland mit seinem Film «Vergiss mein nicht» für Aufsehen gesorgt und Publikum und Kritiker durch seine verspielte Kreativität begeistert. Auch sein dritter Film - die erste, nach eigenem Drehbuch entstandene Produktion - ist innovativ und herrlich verrückt. Denn der Held Stéphane ist ein junger Träumer, der seine Fantasiewelt mit der realen Welt zu verwechseln beginnt, was seine Beziehung zu der jungen Französin Stéphanie gefährdet, die sein Verhalten nicht mehr versteht.

    In dem mehr als eineinhalbstündigen Film lässt Gondry seiner Fantasie völlig freien Lauf. Stéphane moderiert im Schlaf in seinem TV-Studio aus Pappe und Filz Sendungen, in denen er seine Erlebnisse des realen Lebens Revue passieren lässt und sie in seine verrückten Wünsche einbindet. So sieht er sich und seine Arbeitskollegen als Band in Bärenfellen spielen oder als Chef durch das Büro fliegen. Seine grotesken Einfälle setzt Gondry visuell geschickt mit Hilfe komplizierter Computertechnik und Stop-Motion-Technik um.

    Erneut steht das Thema Liebe im Mittelpunkt der Geschichte, auch wenn die Handlung droht, durch die atemberaubende und völlig wirre Traumwelt des Helden zur Nebensache zu werden. Die faszinierende Nachbarin, in die sich Stéphane verliebt, wird hervorragend von Charlotte Gainsbourg gespielt. Großartig ist auch die schauspielerische Leistung des Helden, der von Gael Garcia Bernál verkörpert wird.

    In dem jungen Schauspieler, der einen Transvestiten in Pedro Almodovars «La mala educación» spielte und den jungen Che Guevara in Walter Salles «Die Reise des jungen Che» interpretierte, hat Gondry einen perfekten Darsteller für die etwas kindliche, verspielte und naive Rolle gefunden.

    Die surreale Inszenierung ist ein schriller Kinospaß, vorausgesetzt man ist bereit, sich bedingungslos in die oft nicht nachvollziehbare Traumwelt fallen zu lassen.

    Von Sabine Glaubitz, dpa

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