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  • Kritik: Schräger Road Movie über verrückte Star-Wars-Fans

    Der Kino-Countdown tickt zu langsam. Wenn er bei null ist, ist der krebskranke Linus schon tot. Er wird den Kinostart des im Jahr 1999 lang ersehnten neuen "Star Wars"-Films nicht mehr miterleben. Für ihn und seine Freundesgruppe, allesamt fanatische Krieg-der-Sterne-Fans, ist das nicht hinnehmbar: Sie reisen quer durch Amerika zur Skywalker-Ranch von George Lucas, um dort einzubrechen und sich eine Rohfassung des neuen Werks anzusehen. "Fanboys" ist ein derbes Roadmovie über junge Menschen, die in ihren Köpfen längst zum Flug in die Galaxis abgehoben sind und dabei immer wieder eine Bruchlandung in der Wirklichkeit erleben.

    Zwei Jahre lang wurde die Komödie überarbeitet, geschnitten und ergänzt. Das ist nicht spurlos an dem 90-Minuten-Werk vorübergegangen: Der Handlungsfaden wirkt reichlich zerfranst und aufgesetzt. Ein Schamane taucht auf und wieder ab, ein Pärchen findet zueinander, ohne dass schlüssig erklärt wird warum. Die obligatorische Flucht vor der Polizei endet trotz Drückens eines Lichtgeschwindigkeits-Schalters in der Leitplanke. Die Story dient letztlich nur dem Ziel, so viele Krieg-der-Sterne-Witze wie möglich aneinanderzureihen. "Die Macht ist gerade in mir", stöhnt ein Junge beim Sex. Das Aufeinandertreffen von "Star-Wars"- und "Star-Trek"-Fans endet in einer Schlägerei, die am Ende des Films wiederholt wird.

    Ein paar Cameo-Auftritte einstiger Stars aus der Kino-Galaxis bringen etwas Schwung in die holprige Fahrt des Trucks, der wie ein Raumschiff ausgestattet ist. Als der todkranke Linus (Chris Marquette) vorzeitigt aus dem Krankenhaus entlassen werden will, erklärt er einer Ärztin seinen unbedingten Wunsch zum Reisetrip. "Was ist denn Star Wars?", fragt die Ärztin stirnrunzelnd. Gespielt wird sie von Carrie Fisher, die in den 70er und 80er Jahre als Prinzessin Leia ihre größten Erfolge feierte - und deren Hollywoodkarriere danach nicht mehr in Gang kam. "Star Trek"-Kommandant William Shatner weist den "Fanboys" später den Weg zur Skywalker-Ranch.

    "Fanboys" ist alberner Klamauk, der schon auf dem direkten Weg ins DVD-Regal war. Dann brachte ihn die Weinstein-Produktionsfirma doch noch ins US-Kino, wo er aber nur knapp 700 000 US-Dollar einspielte. Ob der Film eingefleischten Krieg-der-Sterne-Fans gefallen wird, ist gar nicht mal sicher: Insider-Witze sucht man jedenfalls vergeblich, der Humor ist leicht verständlich für alle Comedy-Fans aufbereitet. Die Beliebigkeit des Witzrepertoires ist ein deutlicher Nachteil: Zu einem Satire-Klassiker wie "Spaceballs" (1987) reicht es mit den einfallslosen Scherzen jedenfalls nicht. In der letzten Szene von "Fanboys" ist der Countdown abgelaufen, der neue "Star-Wars"-Film beginnt. "Was ist eigentlich, wenn der Film Schrott ist?", fragt ein Fan seinen Sitznachbarn.

    Wolf von Dewitz

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