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  • Kritik: Schräger Lobpreis der Familie

    Architekt Michael Newman (Adam Sandler) ist Workaholic: Um bei seinem Chef (David Hasselhoff) Einsatz zu zeigen, lässt er locker den Camping-Ausflug mit Frau (Kate Beckinsale) und Kindern ausfallen, das Baumhaus für die Kleinen bleibt seit Monaten ein Rohbau.

    Da verhilft ihm ein altmodisch aussehender, singender Verkäufer (Christopher Walken) zu einer Universal-Fernbedienung, mit der er sein Leben zeitgünstig vor- und zurückspulen kann. Doch nun fangen Michaels Probleme erst richtig an. Zu einem kruden Mix aus wichtigen Themen (Familie, Vergänglichkeit) und mäßigem Drehbuch, gelungenen visuellen Effekten und etlichem derben Klamauk geriet Frank Coracis prominent besetzte Fantasy-Komödie «Klick». Das US-Publikum allerdings stört sich nicht an den Unstimmigkeiten - es ließ den Film auf Platz eins der Kinocharts schnellen.

    «Die Familie ist das Wichtigste»: So lautet die schlichte Botschaft des Mainstream-Streifens. Und vielleicht liegt gerade hier der Hauptgrund für seinen Erfolg: Denn der Zeitgeist scheint sich wieder verstärkt auf die elementare Zelle der menschlichen Gesellschaft zu besinnen und dabei nach Bestätigungen und Mustern zu verlangen.

    Dem entspricht auch das traditionelle Frauenbild in «Klick»: Die Britin Beckinsale («Van Helsing», 2004, «The Aviator», 2004) spielt Michaels Gattin als attraktive junge Hausfrau, die sich ihre Erfüllung als Mutter und Geliebte wünscht. Spaßvogel Sandler («50 erste Dates», 2003) zeigt sich dazu passend nicht nur von seiner oft albernen Seite, sondern durchaus auch sympathisch Vertrauen erweckend. Privat bildet er übrigens mit Regisseur Coraci («In 80 Tagen um die Welt», 2004) und Produzent Jack Giarraputo ein Gespann, das sich seit College-Zeiten kennt.

    Coraci inszeniert die Geschichte vom Karrieristen, der lernt, das man den Augenblick und seine Lieben genießen muss, um das Leben nicht zu verpassen, dennoch zügig und versehen mit flotter Popmusik. Zeitreisen, bei denen die Darsteller im Nu um Jahrzehnte altern oder sich verjüngen, oder auch die völlige Verfettung Michaels dank Fastfood gehören zu den Aspekten, bei denen «Klick» mit digitalen visuellen Tricks und mit handgemachten Spezialeffekten (Masken) punktet. So ist der Held bei seiner Zeugung sowie bei seiner Geburt im Unterleib seiner Mutter dabei was allerdings wiederum zu entsprechend drastischen Witzen führt.

    Fast wie ein Bruch erscheint dagegen das Ende, das den Wert der Familie in rührenden, Tränen treibenden Tönen preist. Einen besonderen Akzent setzt Christopher Walken, renommierter Nebenrollen-Darsteller Hollywoods («Catch Me If You Can», 2002): Seinem Fernbedienungs-Verkäufer Morty verleiht er eine magische, Engel-gleiche Aura.

    Ulrike Cordes, dpa

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