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  • Kritik: Schöne Menschen, schöne Räume, schönes Gähnen

    München - Zwei nette, erfolgreiche, begüterte Menschen fahren im Cabrio aufs Land, decken für ein nächtliches Picknick auf der Motorhaube, tanzen in Abendrobe zu klassischer Musik.

    Bald feiern sie Hochzeit - in einem Garten mit Springbrunnen und Fackeln. Dann trennen sich ihre Wege durch verschieden dekorierte Räume, denn er mag es eher opulent-barock, sie eher spartanisch-nüchtern. Die Liebe aber führt sie am Ende wieder zusammen, in einer Riesenrad-Gondel am Wiener Prater. Der deutsche Film "Wer liebt, dem wachsen Flügel" kommt am 8. April in die Kinos.

    Eigentlich geht es um noch viel mehr in dem Werk des österreichischen Regisseurs Gabriel Barylli, der auch das Drehbuch schrieb: um die berufstätige Maria (Lisa Martinek), die Karriere macht; um ihren Mann Christian (Heio von Stetten), der sich vernachlässigt fühlt; um eine Psychologin (Gudrun Landgrebe), die zur Flasche greift, während Christian ihr Einzelheiten aus seiner Beziehungskiste schildert.

    Barylli erklärt die Probleme seines Paares mit den "parallelen Universen", in denen jeder für sich lebe. Nur die Liebe könne "die Türen zwischen den parallelen Welten öffnen". Wie aufgeklärte Menschen es nicht schaffen, sich aufeinander einzulassen, wie sie über Dinge Bescheid wissen, die sie nicht erlebt haben: Sicher ein reizvolles Thema für eine Liebeskomödie. Aber mit der Umsetzung hat sich keiner so richtig Mühe gegeben. Die Dialoge bleiben durchgehend hohl, und die Gefühle, von denen die Rede ist, werden niemals lebendig.

    Verona Feldbusch persifliert in ihrer ersten Kinorolle Marias böse Rivalin. In Nebenrollen treten Maximilian Schell und Nina Ruge auf. Letztere sucht als Heiratsvermittlerin Frauen für Typen, die nur um sich selbst kreisen wollen. Das ist einer der beiden guten, witzig gespielten Einfälle des Films. Der andere ist, wie Marias Assistent Martin (Ralf Bauer) vergeblich versucht, sie zu verführen. Der abgewiesene Macho liefert in seiner Wut eine wirklich filmreife Szene.

    Ansonsten aber ist der Streifen so spannend wie eine Hochglanzzeitschrift. Gerne würde man ja mit den Figuren in den so schön eingerichteten Wohnungen mitfühlen, aber sie scheinen selbst nichts zu empfinden. Auf diese Anstrengung meint der Film verzichten zu können. Ihm fehlt der genaue Blick für die geschilderten Probleme, deshalb entsteht keine wirkliche Situationskomik - auch irgendwie lieblos.

    Bianka Piringer, AP

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