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  • Kritik: Schön giftig

    1,5 Millionen Mal ging Jane Fitchs Bestseller "Weißer Oleander" seit seinem Erscheinen 1999 über die Ladentische, bevor Erfolgsproduzent John Wells ("Emergency Room") sich des Romans annahm. Mit eindrucksvoller Besetzung kommt nun die Leidensgeschichte der 15-jährigen Astrid in die Kinos.

    Für die Regie holte sich Wells den Briten Peter Kosminsky nach Los Angeles, der sich zwar hauptsächlich mit Dokumentationen und TV-Filmen einen Namen machte, hier aber ein einfühlsames und bewegendes Teenager-Drama inszenierte.

    "Wir weinen nicht - wir sind Wikinger. Weißt du nicht mehr?"

    Astrid Magnussen (Alison Lohman) ist gerade 15 Jahre alt, als ihre Mutter Ingrid (Michelle Pfeiffer) wegen Mordes an ihrem Ex-Geliebten zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt wird. Mit dem Gift des weißen Oleanders soll sie ihn ins Jenseits befördert haben.

    Astrid fühlt sich schuldig: Schon seit Jahren duckt sie sich vor den Launen und Ausbrüchen ihrer egozentrischen Mutter, die als freischaffende Künstlerin ein einsames, doch selbstbestimmtes Leben führt. Die Ansprüche an sich und ihre Tochter sind hoch: "Wir weinen nicht - wir sind Wikinger. Weißt du nicht mehr?". Nun mündet das kämpferische und herrschsüchtige Naturell Ingrids in einem Mord - und in einer ungewissen Zukunft für ihre sensible Tochter.

    Große Frauen in untypischen Rollen

    Die Jugendfürsorge ist schnell. Nur 15 Minuten bleiben Astrid, um ein paar Sachen zu packen und das Zuhause zu verlassen. Was folgt, ist eine Odyssee durch diverse Heime und Pflegefamilien: Astrid landet bei der Ex-Stripperin Starr (Robin Wright Penn), deren Eifersucht auf den hübschen Teenager in einer Tragödie endet. Auch bei Pflegemutter Claire (Renée Zellweger) kommt Astrid nicht zur Ruhe, und die heruntergekommene Rena (Swetlana Efremova) nutzt ihre Ziehtöchter aus. Und dann ist da noch Ingrid: Selbst vom Gefängnis aus versucht sie, Astrids Leben zu lenken. Doch nach und nach gelingt dem Mädchen die Flucht - weg von der Mutter und hin zu sich selbst.

    Alison Lohman schlängelt sich durch die Stadien des Teenager-Alters

    In "Weißer Oleander" bringt Regisseur Kosminsky eine Reihe großer Frauen in so untypischen Rollen zusammen, dass sich allein deshalb der Weg ins Kino lohnt. Michelle Pfeiffer überzeugt als so schöne wie giftige Egomanin, Robin Wright Penn in der Rolle der vulgären Proletin und Renée Zellweger als bodenlos depressives Sensibelchen. Darüber hinaus entpuppt sich Newcomerin Alison Lohman als herrlich wandelbares Talent, das sich wie ein Chamäleon durch die einzelnen Stadien des Teenager-Alters schlängelt.

    Alexandra Pilz, ddp

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