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  • Kritik: "Schnappt Shorty":

    Hamburg (dpa). Seine Vorliebe für schräge Typen und schmuddeligen Charme hat John Travolta bereits im Kultfilm "Pulp Fiction" mit Bravour unter Beweis gestellt. In der bissigen Hollywood-Komödie "Schnappt Shorty" kann er dieses Talent nun erneut ausspielen: Als drittklassiger Gangster Chili, der eigentlich nur Geld von einem Filmboss eintreiben soll, schnuppert er die Luft der Filmwelt und wittert seine große Chance, ins Leinwandgeschäft einzusteigen. Die pointenreiche Parodie über Leben und Sterben in Hollywood kommt an diesem Donnerstag (29.2.) in die deutschen Kinos.

    Viel Applaus heimste der Streifen von Barry Sonnenfeld bereits in der vergangenen Woche auf der Berlinale ein - vor allem für Travoltas spritziges Spiel, aber auch für Gene Hackman als zahlungssäumigem B-Movie-Produzent und Dany DeVito als Mega-Movie-Mogul. Beide gaben die standesgemäßen Counterparts für den smarten Chili ab. "Ich mochte die Idee, daß dieser Geldhai ein Filmfan ist, dessen einzig verwundbare Stelle eben diese Tatsache ist", sagt Travolta über die Rolle, in der er sein komisches Talent mit lockerer Schnoddrigkeit ausspielt.

    Aber auch eine Frau gehört ins Rennen: Die Beziehung zu dem Filmsternchen Karen Flores (Rene Russo) öffnet Chili die ersten Türen in die höheren Gemächer der Filmstadt - und damit zur Produktion des eigenen Streifens mit dem ominösen Titel "Mr. Lovejoy". Dessen Handlung wiederum nährt sich in erster Linie aus Chilis eigenen Lebenserfahrungen - Verquickungen sind damit vorprogrammiert.

    Flott gemachte Hollywood-Unterhaltung also, die trotz der auf das eigene Genre zielenden Sticheleien letztlich aber niemandem wehtut. Travolta, der als Chili sein durch "Pulp Fiction" initiiertes Comeback vorantreibt, gibt sich gelassen. Weder das nach dem Karriereknick der 80er Jahre wiedererwachte Publikumsinteresse noch die trotz hoher Erwartungen ausgebliebene "Oscar"-Nominierung für "Schnappt Shorty" bringen ihn außer Fassung. Im dpa-Gespräch sagte der ehemalige "Saturday Night Fever"-Star: "Ich denke, jetzt kann nichts mehr passieren, was mich überrascht oder schockiert, weil mir so oft der Teppich weggezogen wurde. Ich bin wie ein Boxer: Immer auf den nächsten Schlag gefaßt." IVon Andrea Barthelemy, dpa

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