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  • Kritik: Schmutzige Deals im Namen der Gerechtigkeit

    Von Amerikas wohl hartgesottenstem Krimi-Autor, James Ellroy, stammt die Vorlage. "Dark Blue" ist die Geschichte eines desillusionierten L.A.-Cops, für den schmutzige Aktionen im Namen der Gerechtigkeit längst Routine geworden sind. Nun wird er selbst zum Opfer korrupter Machenschaften im Polizeiapparat.

    Mit Kurt Russell in der Hauptrolle inszenierte Ron Shelton diesen kontroversen Cop-Thriller. Er spielt 1992 in Los Angeles während der Rassenunruhen nach dem Rodney-King-Prozess. Willkür weißer Polizisten gegen einen Schwarzen war der Auslöser für den Aufruhr. Die Ereignisse liefern den Hintergrund für diese Auseinandersetzung mit den Machenschaften innerhalb der Polizei.

    Ein guter Cop führt Befehle aus

    Auch Sergeant Perry ist Rassist. Ethische Skrupel kennt er nicht. Er ist stolz darauf, im Sinne der Familientradition ein guter Cop zu sein - was für ihn vor allem bedeutet, Befehle entgegenzunehmen und auszuführen. Sein jüngster Befehl lautet, zwei eines bewaffneten Raubüberfalls so gut wie überführte Täter laufen zu lassen und stattdessen zwei passende Sündenböcke zu suchen: "Findet zwei miese Kerle, auf die das Profil passt und holt euch einen Durchsuchungsbeschluss!" Die Anweisung geht an Perry und seinen Partner Bobby (Scott Speedman).

    Zu Beginn des Films sieht man die beiden vor einem Untersuchungsausschuss. Der junge Polizist, sekundiert von seinem abgebrühten Mentor, rechtfertigt die Erschießung eines Mannes während eines Einsatzes. Den Freispruch wegen Notwehr feiert man lässig bei einem Glas Whiskey unter Männern, Business as usual.

    Kurt Russell als Cop mit Brutalität und innerer Zerrissenheit

    Hinterzimmerdeals im Namen einer fragwürdigen Rechtsauffassung gehören für Männer wie Perry zum Polizeialltag wie der Grundsatz, keine Gefangenen zu machen. Kurt Russell spielt diesen Charakter mit Brutalität und innerer Zerrissenheit: Ein Cop, der zu spät begreift, was er jahrelang mit Hilfe von Pillen und Alkohol verdrängt hat - dass er irgendwann in seinem Einsatz für Recht und Ordnung selbst auf die schiefe Bahn geraten ist. Das Gewissen seines jungen Partners ist noch nicht betäubt. Zerrieben zwischen den zynischen Anweisungen des Vorgesetzten und den internen Ermittlungen des stellvertretenden Polizeichefs packt er aus.

    Hoch emotionaler und actionreicher Film

    Die Tragik des schmutzigen Cops ist das zentrale Thema dieses hoch emotionalen und actionreichen Films. "Dark Blue" ist auch qualitativ ein gebrochener Thriller, der von seinem komplexen Plot manchmal überfordert scheint. Da verschwimmen die Ausschreitungen in South Central nach dem Freispruch der angeklagten Cops im Rodney-King- Prozess zur bewegten Kulisse. Die Parallelen zu den historischen Ereignissen bleiben so diffus. Dennoch blickt der Film tief in die Abgründe eines Polizeiapparates, in dem Machtmissbrauch und Korruption an der Tagesordnung sind.

    Ricarda Schrader, dpa

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