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  • Kritik: Schlank und Schlau

    er kennt den Aha-Effekt nicht: Man hört tagtäglich dieselbe einschmeichelnde Moderatorenstimme im Radio, malt sich in der Phantasie ein sympathisches Gesicht dazu aus - und plötzlich beschert ein Zeitungsfoto die ernüchternde Erkenntnis: Hinter manch laszivem Timbre verbirgt sich eine dröge Langweiler-Visage.

    Abby (Janeane Garofalo) kennt das Problem - aus der anderen Perspektive. Die Tierärztin erteilt über den Äther in äußerst charmantem Tonfall Ratschläge an geplagte Hunde- und Katzenbesitzer. Kaum einer ihrer Fans weiß, daß die souveräne Stimme einer kleinen, pummeligen Frau gehört. Auch der Fotograf Brian (Ben Chaplin) nicht, dem Abby lebensrettende Tips für den Umgang mit amoklaufenden Doggen gibt. Er weiß nur, daß er die Radio-Veterinärin kennenlernen möchte. Die komplexbeladene Abby nimmt seine Dinner-Einladung an, kriegt aber im letzten Moment Muffensausen. Kurzerhand schickt sie ihre bildschöne, aber strunzdumme Nachbarin Noelle (Uma Thurman) zum Date. Sie selbst geht getarnt als beste Freundin mit - und verliebt sich Hals über Kopf in Brian. Ihre wahre Identität preiszugeben wagt sie dennoch nicht mehr. Das gibt den Startschuß zu einer wunderbar verzwickten Abfolge von Verwechslungen.

    Regisseur Michael Lehmann ("Heathers") reizt die Situation voll aus und nimmt sich Zeit für skurrile Details: Hunde fahren Rollschuh, der Telefonsex offenbart seine komischen Seiten, die Dialoge strotzen nur so vor Wortwitz. Eigentliches Opfer des hormonellen Tohuwabohus ist der zunehmend verwirrte Brian. Denn der ist ein typischer Mann, der an der echten Abby Intelligenz, Charisma und Witz schätzt, an der falschen dagegen die langen Beine, die Plüschaugen und die straffe Oberweite. Und da er Abby vom Telefon her als geistreiche Frau kennt, wertet er Noelles dumme Sprüche als verquere Ironie oder kryptische Weisheit.

    Damit der Schwindel nicht auffliegt, muß Noelle sogar Sartre lesen, Schildkröten verarzten und auswendig gelernte Monologe halten. Doch weil die Welt zumindest in Hollywood gerecht ist, geht's Brian am Ende wie dem Zuschauer: Er versteht nicht mehr, wie er Uma Thurman je sexy finden konnte, wo es doch so hinreißend mopsige Mega-Frauen wie Janeane Garofalo gibt...

    Copyright: TV TODAY, 1996

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