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  • Kritik: Sandra Bullock und Nicole Kidman

    Elf Jahre nach den "Hexen von Eastwick" geht der Spuk im Kino wieder los: Sandra Bullock und Nicole Kidman spielen die "Zauberhaften Schwestern" Sally und Gillian Owens, die aus einem alten Hexengeschlecht stammen. Eine Urahnin verfluchte einst alle Männer, die sich in ihre Nachkommen verlieben. Sie müssen vorzeitig sterben. Bei einem allerdings müssen Sally und Gillian mit der gußeisernen Pfanne nachhelfen. Womit die Schwestern nicht gerechnet haben: Der Tote kehrt als böser Geist zurück und fordert die vereinten magischen Kräfte der Frauen heraus.

    Die von Griffin Dunne unterhaltsam, aber über weite Strecken zu routiniert verfilmte Geschichte der Bestseller-Autorin Alice Hofman "Im Hexenhaus" kommt am 17. Dezember in die Kinos. Nach der Eingangsszene mit der schönen Urahnin Maria erzählt der Film, wie die beiden Mädchen im Haus ihrer wunderlichen Tanten frei und unbeschwert mit Schokoladenkuchen zum Frühstück aufwachsen.

    Sally glaubt schon als Kind, daß ihr eine erfüllte Liebe für immer versagt bleiben wird. Doch, gerade erwachsen, verliebt sie sich in Michael, heiratet ihn und bringt zwei Töchter zur Welt. Das Glück währt nur kurz. Gillian geht unterdessen weit weg von ihrem Zuhause ihrem Vergnügen nach. Muskulöse Männer erliegen reihenweise ihrer magischen Anziehungskraft, aber der finstere Jimmy Angelov (Goran Visnjic) bekommt einfach nicht genug von ihr.

    Das endet übel: Jimmy zwingt Gillian mit Gewalt, bei ihm zu bleiben, und schlägt sie zusammen. Sie ruft Sally zu Hilfe. Die Befreiungsaktion gelingt, damit bekommen die Schwestern aber jede Menge Probleme an den Hals. Jimmys Auto führt den Ermittler Gary Hallet (Aidan Quinn) zum Hexenhaus. Zwischen ihm und Sally entsteht auf Anhieb eine gegenseitige Anziehung.

    Die Zaubergeschichte kommt so leicht und flüchtig daher, wie die Blütenblätter, die in einer Szene unter magischem Einfluß hoch hinauf in den Himmel schweben. Es ist ein stellenweise ganz amüsanter Hexenspaß mit ein paar haarsträubenden Horroreffekten. Aber auch die erzählt der 43jährige Regisseur Dunne mit einem Augenzwinkern: So nimmt Sally als eines der Zaubermittel, mit denen Jimmy zur Strecke gebracht werden soll, eine Dose Instant-Schlagsahne. Sie malt damit ein süßes weißes Kreuz auf seine Brust, stippt den Finger hinein und leckt ihn ab. Auch beim Spuk geht es komisch zu: Als Jimmys Körper bereits unter dem Gras begraben liegt, spuckt eine Kröte, beobachtet vom verstörten Ermittler, den Ring des Toten aus.

    Das Ganze spielt sich in einer märchenhaften Szenerie ab, in einem verschachtelten Hexenhaus im Neuengland-Stil, das auf einer Insel hoch aufragt. Es hat ein beeindruckendes Gewächshaus und einen wunderschönen Garten. Darin wirken die beiden Tanten mit ihren Kleidern, die aus einem Theaterfundus stammen könnten, stilecht. Dianne Wiest, vor allem aus Woody-Allen-Filmen bekannt, und Stockard Channing, die unter anderem im "Club der Teufelinnen" zu sehen war, spielen sie als würdevolle, ausgeglichene alte Damen unbestimmten Alters.

    Nicole Kidman hat die größere schauspielerische Herausforderung der "zauberhaften Schwestern". Sie spielt die wilde Gillian wie eine ausgeflippte Hippie-Anhängerin der 60er Jahre mit sichtlichem Vergnügen und zeigt danach ebenso glaubhaft Blessuren und Horror einer vom bösen Geist Besessenen. (Beeindruckend sind die Spezialeffekte, in denen Jimmys Gesicht in Gillians zum Vorschein kommt.) Sandra Bullock als Sally dagegen ist in einer gewohnten Rolle die sensible, durchschnittliche junge Frau, die nichts anderes will als mit ihrem durchschnittlichen Traummann und ihren Kindern bis ans Ende ihrer Tage glücklich zu sein.

    Inge Treichel , AP

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