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  • Kritik: Sandra Bullock als Suchtkranke

    Gwen schreibt für eines jener hippen Hochglanzmagazine und sie glaubt fest daran, dass sie auf der Welt ist, um so oft wie möglich Spaß zu haben, "high" zu sein.

    In solcher überschäumenden Laune, befördert von Pillen und Alkohol, geht sie mit ihrem Freund Jasper auch zur Hochzeit ihrer Schwester. Nachdem sie - missbilligende Blicke der konservativen Gesellschaft ignorierend - quietschend vor Albernheit in die Hochzeitstorte gefallen ist, setzt sie sich betrunken ans Steuer einer Limousine - und mit einem Knall ist ihr Leben auf der Überholspur erst einmal vorbei. Es folgen "28 Tage" Zwangsaufenthalt in der Reha-Klinik.

    Im Film "28 Tage", der ab nächstem Donnerstag in die Kinos kommt, muss das hippe Girl aus New York plötzlich inmitten von Leuten leben, die unterste Stufe uncool sind, in billigsten Spießerklamotten herumlaufen und - oh Graus - Gruppenrituale wie gemeinsames Singen pflegen. Damit will Gwen nichts zu tun haben. Sie kapselt sich ab und überlegt lieber, wie sie an die verbotenen Pillen herankommen kann. Mit sanftem Zwang erreicht der Anstaltsleiter Cornell (Steve Buscemi) schließlich, dass sie sich ihrer Abhängigkeit bewusst wird. Allmählich ist sie auch bereit ist, die Probleme der anderen wahrzunehmen und an den Therapiegesprächen teilzunehmen.

    Die individuellen Suchtgeschichten werden ohne Gefühlsduselei dargestellt, darunter auch tragische wie im hoffnungslosen Fall einer jungen Frau, die sich zwanghaft Schnittwunden zufügt. Erfreulicherweise sind die Patienten aber auch zu einer Art Galgenhumor fähig und überraschen wie der schrullig-beschränkte Eddie mit Selbstironie. Das macht den belehrenden Charakter der Geschichte erträglich.

    Regisseurin Betty Thomas hält die Balance zwischen der Ernsthaftigkeit des Themas und komödiantischen Elementen, ohne die realistische Ebene zu verlassen oder die Glaubwürdigkeit Gags zu opfern. Die Intensität der Darstellkunst Sandra Bullocks trägt den Film. Überrascht über ihre schauspielerischen Fähigkeiten kann eigentlich nur sein, wer bisher nicht richtig hingesehen hat. Die "Unaufwendigkeit ihres Spiels, die Natürlichkeit und die Aufrichtigkeit der Gefühle" wussten viele Kritiker schon immer an ihr zu schätzen.

    Im Actionfilm "Speed", mit dem sie 1994 den großen Durchbruch hatte, spielte mit ihrem von unterschwelliger Heiterkeit geprägten Charme Hauptdarsteller Keanu Reeves glatt an die Wand. Schlagartig war "Sandy" Bullock, die 26. Juli 35 Jahre alt wird, die am drittbesten bezahlte Hollywood-Schauspielerin - nach Julia Roberts und Jodie Foster. Einen ähnlichen Charakter wie in "28 Tage" hat sie übrigens bereits in der Romanze "Auf die stürmische Art" gespielt, die vor einem Jahr in den Kinos lief. Darin mimte sie ein zu verrückten Einfällen neigendes Mädchen, das einem Bräutigam kurz vor der Hochzeit den Kopf verdreht.

    Inge Treichel, AP

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