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  • Kritik: Ron Sheltons Männerfilm endet im Ring

    Cesar und Vince sind harte Burschen, wie sie das Kino liebt. Beide boxen, wenngleich ohne rechten Erfolg, gegen Geld, beide lieben eine attraktive Frau, bei der sie allerdings auch beide abgemeldet sind.

    Der knorrige Kahlkopf Vince schon länger, der aus Spanien stammende Cesar hat es gerade erfahren und kann als echter Macho immer noch nicht glauben, dass Grace einem so hübschen männlichen Expemplar wie ihm den Laufpass geben könnte. Aber viel Zeit für Trauer oder Zorn bleibt nicht, denn Cesar und Vince haben gerade den Job ihres Lebens angeboten bekommen: Weil ein anderer Boxer tödlich verunglückt ist, sollen sie kurzfristig einen Vorkampf bei einer Veranstaltung in Las Vegas bestreiten.

    Es ist nicht irgendeine Faustkampf-Veranstaltung, sondern niemand Geringerer als der berüchtigte Champion Mark Tyson soll dabei im Mittelpunkt stehen. Und wenn der angesagt ist, stehen auch die Vorkämpfe im Rampenlicht. Cesar und Vince handeln ordentliche Gagen aus und sonnen sich in dem Gedanken, endlich mal groß herauszukommen. Die erfreuliche Perspektive wird nur von einem Umstand beträchtlich getrübt: Die Freunde müssen gegeneinander antreten. Doch bevor es zu den unvermeidlichen Handgreiflichkeiten kommt, pflegen die Männer in dem am 30. März in den Kinos anlaufenden Film "Knocked Out - Eine schlagkräftige Freundschaft" noch eine ganze andere Auseinandersetzung, nämlich die um Grace.

    Die attraktive Investment-Beraterin bietet sich nämlich an, die beiden im Auto nach Las Vegas zu kutschieren. Auf der langen Fahrt in die Wüstenstadt geht es brisant zu, denn Grace kennt beide sehr genau und sucht Abstand zu halten, aber genau das passt weder Cesar noch Vince. Letzterer wird dann aber abgelenkt von einem Abenteuer mit dem Sexbiest Lia, das als Anhalterin aus dem Trio einige Zeit ein Quartett macht. Der schier nicht enden wollende Höhepunkt ist jedoch der blutige Boxkampf zwischen den Freunden, dessen Ausgang so unentschieden ist wie das Werben um die erneute Gunst von Grace vergeblich.

    Ein filmisches Ereignis ist es nicht, was Autor und Regisseur Ron Shelton da auf die Leinwand gebracht hat. Eine Weile schaut man zwar dem unterhaltsamen Gekabbel zwischen Antonio Banderas als Cesar, Woody Harrelson als Vince und der resoluten Lolita Davidovich als Grace ganz gerne zu. Dann aber dehnt sich der in der deutschen Fassung noch rabiat gekürzte Streifen und erzeugt Langeweile sowie die Frage, was uns Zuschauer an dem Geschehen eigentlich interessieren soll. Zumal das Zwischenspiel mit Anhalterin, vulgär gespielt von der chinesischstämmigen Lucy Liu, an Peinlichkeit kaum zu überbieten ist.

    "Knocked Out" hat immerhin einige gute Szenen. Doch für 104 lange Minuten ist das zu wenig. Shelton ist Spezialist für Spielfilme um Sport, Männerfreundschaften und Liebe. Er hat auch mit "Annies Männer" und "Tin Cup" akzeptable Arbeiten abgeliefert. Diese gehört nicht dazu und lohnt auch keine Eintrittskarte. Der Frühling hat begonnen, da gibt es bessere Möglichkeiten, seine Freizeit zu investieren als in einen Film, den niemand braucht außer denen, die dafür bezahlt wurden.

    Wolfgang Hübner, AP

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