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    Kritik: Romantisch mit Pathos:

    Als alternder Baseballspieler macht Kevin Costner immer eine gute Figur. Nach seinen bisherigen Sportfilmen "Annies Männer", "Feld der Träume" und "Tin Cup" ist der Schauspieler jetzt in "Aus Liebe zum Spiel" zu sehen.

    Doch an seinen Ausnahmeerfolg "Der mit dem Wolf tanzt" wird er auch diesmal nicht anknüpfen können. Die Erwartungen an den Darsteller sind enorm, seit er 1991 für den Streifen "Der mit dem Wolf tanzt" die Oscars für die beste Regie und den besten Film gewann, dazu einen Golden Globe und den Silbernen Bären der Berlinale.

    Und so versucht er seither eine Neuauflage mit ähnlich breit angelegten und monumentalen Filmen - und scheitert jedesmal gründlich. Als Produzent und Hauptdarsteller von "Waterworld" und "Wyatt Earp" schuf er überlange Filme mit riesigen Budgets, die nicht die erwarteten Ergebnisse einspielten. Auch dem Streifen "The Postman", in dem er wieder selbst Regie führte, wurde seine Langatmigkeit vorgeworfen.

    In "Aus Liebe zum Spiel" verkörpert Costner unter der Regie von Sam Reimi nun den 37-jährigen Pitcher der Detroit Tigers, Billy Chapel. Während er am Ende seiner Kräfte sein bestes Spiel macht, muss der Sportler eine Entscheidung treffen: Wird er seine Karriere beenden und seiner Freundin Jane (Kelly Preston) nachreisen? Das Pathos, mit dem der Zwiespalt zwischen Liebe und Baseball behandelt wird, wird sehr wahrscheinlich in den USA zündend einschlagen - in Europa dürfte das Spiel zu fremd wirken.

    "Du brauchst mich nicht. Du und das Spiel und der Ball, ihr seid eine wunderbare Einheit", sagt Jane zu Billy, als sie ihn nach vielen Enttäuschungen verlässt. Wem dann nicht das Herz überfließt, wenn die Detroit Tigers ein "perfect game" spielen, kann vermutlich mit dem ganzen Film nicht viel anfangen. Dass die Liebesgeschichte in Rückblenden erzählt wird, dürfte überzeugten Cineasten gefallen - anderen Kinogängern kann es einfach ungeschickt erscheinen.

    Die Story ist schlicht, aber Costner und Preston überzeugen in ihren Rollen. Im Vorfeld des Kinostarts war mehrfach zu lesen, Costner habe sich als Meisterregisseur aufgeführt und die Produktionsfirma Universal für den Schnitt kritisiert. Allerdings lebt der Film nicht von seinem künstlerischen Anspruch, sondern von den Gefühlen, die seine Hauptdarsteller transportieren, und von der Spannung eines Baseballspiels. Trennt man sich einen Moment von all zu hohen Erwartungen, dann kann "Aus Liebe zum Spiel" zumindest als romantischer Unterhaltungsfilm für Baseballfans durchgehen.

    Nina Lepsius, dpa

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