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  • Kritik: Roh und indiskret

    Berlin. Er betrügt sie, er belügt sie, er weist sie von sich. Doch Marie liebt ihren Robert bedingungslos. Was sich wie ein Melodram aus längst vergangenen Zeiten anhört, passiert doch mitten in der Gegenwart, in der Großstadt Berlin.

    Oskar Roehler ("Die Unberührbare") hat mit seinem Drama "Der alte Affe Angst" einen rohen und indiskreten Film über die Liebe gedreht. Roehlers Werk mit Marie Bäumer und André Hennicke in den Hauptrollen polarisiert, wie der Regisseur selbst sagt. Bei der Berlinale, wo sein Film im offiziellen Wettbewerbsprogramm lief, gab es unter den Zuschauern nur zwei Meinungen: große Begeisterung oder völlige Ablehnung.

    Roehler inszeniert eine emotionale Achterbahnfahrt

    Marie ist eine scheinbar selbstbewusste, erfolgreiche Ärztin, ihr Freund Robert ein sensibler Theaterautor mit einem Sex-Problem. Obwohl er sie liebt, fühlt sich Robert von seiner Freundin sexuell nicht mehr angezogen und stillt seine Leidenschaft bei Prostituierten. Der Film beginnt mit einer scheinbar endlosen, sehr beeindruckenden Szene in einem Hotelzimmer. Dorthin haben sich Marie und Robert zurückgezogen, um es wieder einmal mit gemeinsamem Sex zu versuchen. Der Versuch schlägt fehl, und aus Marie bricht in einem beängstigenden Wutanfall ihre ganze Verzweiflung und Angst hervor.

    "Die Dinge in dem Film werden sehr schonungslos dargestellt", sagt Hauptdarstellerin Marie Bäumer, die zuletzt unter anderem in "Der Schuh des Manitu" spielte. "Die letzte Schutzwand ist da weggerissen. Es ist ein Stück weit auch eine Aufgabe, sich diesen Film anzusehen." Das weiß auch Regisseur Roehler: "Der Film ist eine emotionale Achterbahnfahrt", sagt er im dpa-Gespräch. "Es geht um zwei Menschen, die um ihre Liebe kämpfen. Es ist im Grunde ein Kriegsschauplatz einer Beziehung."

    Eine Liebe auf Leben und Tod

    Der Untertitel des Films lautet "Wie weit würdest Du für die Liebe gehen?". Bei Robert und Marie ist es am Ende eine Liebe auf Leben und Tod. Robert erfährt, dass sein Vater (Vadim Glowna) an Krebs erkrankt ist und bald sterben wird. Nach Jahren des Schweigens nehmen die beiden Männer wieder Kontakt zueinander auf. Eine der Prostituierten, mit denen Robert verkehrt, hat Aids und ein infiziertes Kind. Marie ist dessen Ärztin. Diesen erneuten Vertrauenbruch ihres Freundes kann Marie nicht mehr hinnehmen - sie macht Schluss mit Robert und begeht einen Selbstmordversuch. Doch die Geschichte wendet sich noch einmal, als Marie entdeckt, dass sie schwanger ist. Für einen kurzen Moment ist das Paar glücklich, doch ein Happy End gibt es nicht.

    Elke Vogel, dpa

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