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  • Kritik: Robin Williams kein bisschen blechern:

    Das neue Jahrtausend ist noch taufrisch, da kauft ein Familienvater in San Francisco einen Roboter, der im Haushalt helfen soll. Der Android NDR 114 hat die Gestalt eines Menschen, und sprechen kann er auch.

    Während Ehefrau und Töchter dem Computer auf zwei Beinen mit Skepsis und Scheu begegnen, findet der Hausherr Gefallen an dem putzigen Andrew, der nicht nur ungewöhnliche Antworten auf Lager hat, sondern auch kreativ, neugierig und gar gefühlvoll ist. Andrew hat einen Konstruktionsfehler, der ihm aber das Tor zur Menschwerdung öffnet.

    "Der 200 Jahre Mann" ("Bicentennial Man") von Regisseur Chris Columbus basiert auf einer Sciencefiction-Erzählung von Isaac Asimov. In dem Film, der am 9. März in die Kinos kommt, zieht Oscar-Preisträger Robin Williams in der Hauptrolle alle Register seines Talents zum Komiker und Verwandlungskünstler. Ist er zunächst noch in die starre, wie eine Ritterrüstung wirkende Roboterhülle gepresst, bekommt er im Laufe seiner Entwicklung immer mehr Spielraum für Mimik, dann erhält er sogar in einer komplizierten Operation einen menschlichen Körper. Dem Thema angemessen zeigt der Film dabei auch, was Computergrafik und -Animation für eine glaubwürdige Darstellung alles tun können.

    Andrew wird schon bald der beste Freund der kleinen Tochter "Little Miss" (Hallie Kate Eisenberg als Kind, Embeth Davidtz als Erwachsene), die ihn nicht als Roboter betrachtet, sondern als ebenbürtig. Auch Hausherr Richard Martin, gespielt von Sam Neill, führt mit Andrew lange Gespräche über die Dinge des Lebens wie Humor oder Sex. Er weigert sich, Andrew wegen des so genannten Konstruktionsfehlers an den Hersteller zurückzugeben.

    Nun will Andrew Kleidung tragen, er verdient viel Geld mit selbst gebauten Uhren, und schließlich verlangt er nach Freiheit. Er zieht in ein eigenes Haus und macht sich auf die Suche nach einer Partnerin. Die findet er viele Jahre später in Portia, der Enkelin von Little Miss, ebenfalls dargestellt von Embeth Davidtz. Doch als Andrew vor dem Weltparlament um die Anerkennung als Mensch ersucht, erfährt er, dass Menschen ihn wegen seiner Unsterblichkeit nicht als ihresgleichen akzeptieren.

    Chris Columbus ist seit "Kevin - Allein zu Haus" einer der begehrtesten Regisseure Hollywoods. Mit Robin Williams in der Hauptrolle drehte er bereits "Mrs. Doubtfire - Das stachelige Kindermädchen". Williams erhielt für diese Rolle 1994 den Golden Globe, drei Jahre später folgte der Oscar für seinen Beitrag in "Good Will Hunting".

    Asimovs 1976 publizierte Geschichte wirkt in diesem Film erstaunlich aktuell. Die Fähigkeit künstlicher Intelligenz, zu lernen, wie ein richtiger Mensch zu denken und zu empfinden, ist inzwischen schon fast in greifbare Nähe gerückt. Was in dem Film dennoch etwas altertümlich wirkt, ist der Ansatz, den Roboter als sympathischen kleinen Freund zu betrachten, dessen höchste Vollendung in der Menschwerdung bestünde. Im Zeitalter von Computer und Gentechnik hat das Thema etwas von dieser Naivität verloren, man würde eher unter den Aspekten von Nützlichkeit und Gefahren darüber sprechen. Doch dieser unterhaltsame Film wird sicher nur der Auftakt sein für viele andere Filme, die das Thema kontroverser und kritischer angehen.

    Bianka Piringer, AP

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